Gottes Selbstportrait

Screenshot 2014-11-13 20.49.41

„Ich preise dich darüber, dass ich auf eine erstaunliche, ausgezeichnete Weise gemacht bin. Wunderbar sind deine Werke und meine Seele erkennt das wohl.“  ~Ps 139,14

„Ich preise dich darüber, dass ich auf eine erstaunliche und ausgezeichnete Weise gemacht bin.“ Eine andere Übersetzung sagt „erstaunlich und wunderbar“.
Wie beschreiben wir uns selbst? Würden uns die Worte „erstaunlich“ und „ausgezeichnet“ dafür überhaupt in den Sinn kommen?
Würdest du dich selbst als wunderbar bezeichnen?
Oftmals sind es auch gar nicht wir, die uns beschreiben, sondern wir nehmen das an, was andere über uns gesagt haben. Ich habe letztes Jahr gehört, dass jemand dünnere Waden hat als ich. Bis dato war mir nicht bewusst, dass etwas mit meinen Waden nicht in Ordnung sein sollte, aber das war der Punkt, an dem ich anfing ihnen ziemlich kritisch Bedeutung zu schenken.
Wir hören: „Die Waden sind dick“ und machen das zu einem Teil unserer Identität. Wir sind dann nicht mehr nur wir selbst, nicht mehr nur noch die Maike, sondern „die Maike mit den dicken Waden“.
Aber wer legt diese Maßstäbe fest, an denen wir uns messen und feststellen:

  •  „Meine Waden sind zu dick um schön zu sein.“
  •  „Ich bin nicht groß genug um schön zu sein.“
  •  „Meine Nase ist zu bucklig um schön zu sein.“
  •  Meine Haare sind zu dünn, um schön zu sein.“
  •  „Meine Oberweite ist nicht groß genug um schön zu sein.“
  •  „Ich bin nicht schön!“

Aber wer hat diese schönen Frauen gemacht?

 

Das Schönheitsideal, das uns aus Zeitschriften und von Werbeplakaten entgegenlächelt ist so oft von Menschenhand geschaffen. Trotzdem messen wir uns daran und versuchen uns daran zu orientieren, um irgendwie das Beste aus uns herauszuholen. Und so oft gelingt es uns weniger gut, als den Profis, was uns mit einem angeknacksten Selbstbewusstsein zurücklässt und dem Gedanken ‚Ich bin nicht schön!‘
Aber lasst uns einmal einen Blick darauf werfen, wer UNS gemacht hat:
Und Gott sprach: „Lasst uns Menschen machen nach unserem Bild, uns ähnlich; […]“Und Gott schuf den Menschen in seinem Bild, im Bild Gottes schuf er ihn; als Mann und Frau schuf er sie.  ~ 1. Mose 1, 26-27

In der Oberstufe sollten wir im Kunstunterricht ein Selbstportrait malen. Wenn man ein deklariertes Abbild von sich selbst herstellt, wenn man also schon sagt: „Das soll so werden, wie ich!“, dann will man natürlich, dass es besonders gut wird.
Gott hat uns in seinem Ebenbild geschaffen. Das heißt, er hat sich besonders viel Mühe gegeben. Das Selbstportrait, das ich gemalt habe, sah mir leider nicht besonders ähnlich, deswegen habe ich das auch irgendwann verschwinden lassen, aber das lag daran, dass ich noch nie eine begnadete Künstlerin war. Ich konnte es nicht besser. Aber glauben wir wirklich, wenn wir uns anschauen, Gott hat sich zwar Mühe gegeben, aber er konnte es nicht besser?
Wenn ich raus in die Natur schaue, wenn ich mir einen Tiger anschaue, oder eine Hummel, oder einen Schmetterling, glaube ich dann wirklich, Gott hätte mich nicht „besser“ hinkriegen können, wenn er es versucht hätte?
Nein! Hätte es etwas Besseres gegeben hätte, dann hätte er das gekonnt. Also muss er mich genauso gewollt haben, wie er mich gemacht hat. Und das Gleiche gilt für dich!

Nachdem Gott den Menschen geschaffen hat, hat er gesehen, dass es „sehr gut“ war. Nach der Erde, selbst nach den Sternen, nach allen Tieren hat er gesehen, dass sie „gut“ waren, aber der Mensch war „sehr gut“. Nicht „sehr gut, bis auf die dünnen Haare“, sondern „sehr gut.“ Und ich glaube nicht, dass Eva eine Frau ohne sogenannte „Problemzonen“ war.

Ich hab schon seit einiger Zeit die fixe Idee, dass ich mal einen Roman schreiben will. So richtig kommt das noch nicht in die Gänge, aber letztens habe ich mich mal hingesetzt und mir die Charaktere etwas genauer überlegt, die ich gestalten wollte, die ich als Teil meiner Geschichte wollte und jeden einzelnen mag ich, weil ich mit ihm die Geschichte voranbringen kann und jeder einzelne soll etwas Besonderes sein. Es ist gar nicht so einfach, bei einer großen Gruppe von Leuten jeden zu etwas Besonderem zu machen, sodass nicht alle eine einheitliche Masse bilden. Deswegen ist eine von sehr blassem Hauttyp. Eine hat das ganze Gesicht voll Sommersprossen. Eine hat sogar eine Narbe im Gesicht. Sie werden nicht alle die „perfekten Maße“ haben. Aber ich sehe in jedem der Charaktere ihre Besonderheiten und die Pläne, die ich in sie hineingelegt habe.

Wenn wir uns nur darüber definieren, was wir oder andere sehen, wenn sie uns anschauen, dann geht uns so viel verloren von dem wie Gott uns gemacht hat! Er hat jeden von uns mit so viel Liebe und Begeisterung gestaltet. Er ist so begeistert von uns, dass er uns nicht gemacht und dann in die Ecke gestellt hat, sondern er freut sich jeden Tag neu an seinen Meisterwerken.

Denken wir nochmal an mein Selbstportrait aus der Oberstufe zurück und nehmen an, ich hätte es nicht schon längst verschwinden lassen, sondern besäße es noch. Sollte unsere Wohnung aus irgendeinem Grund brennen und ich könnte nicht viel retten, dann würde ich ziemlich sicher keinen Gedanken an ein zweitklassiges Selbstportrait verschwenden.
Wenn wir unser Leben auf der Erde, getrennt von Gott, als brennendes Haus betrachten, dann hat Jesus nicht nur sein Leben riskiert in dem Versuch die perfekten Ebenbilder Gottes zu retten, sondern er ist sogar dafür gestorben, um uns zu retten.

Du bist kein zweitklassiges Ebenbild von Gott, sondern du bist zu 150% so designed, wie Er es wollte, sodass du ihm sogar sein eigenes Leben wert warst!
Lasst uns Gott danken dafür, dass er uns ausgezeichnet gemacht hat!

Advertisements

2 Kommentare zu „Gottes Selbstportrait

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s