Warum ich jeden Mittwochabend mit der gleichen Person verbringe {Zweierschaft}

Zweierschaft1

„Heute Abend um 8 passt?“ Diese Nachricht (so oder ähnlich formuliert) bekomme ich jeden Mittwoch – oder ich schreibe sie selbst. Immer an die gleiche Person. Denn Mittwochabend ist Zweierschaftsabend. Ursprünglich daraus entstanden, dass sich unser Hauskreis aufgelöst hat, entwickelte sich daraus ein fester Termin, an dem ich mich mit einer sehr guten Freundin treffe um geistlichen Input zu bekommen und zu geben. Und jetzt, nachdem ich über Monate hinweg erfahren durfte, was für ein Segen in diesen Treffen liegt, will ich euch etwas Lust machen auch eine Zweierschaft zu beginnen!

Denn wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich in ihrer Mitte. ~Matthäus 18,20

Ein Vers, schon tausend Mal gehört; aber erst jetzt, wo ich mir die Zeit nehme, um darüber nachzudenken wird mir die Unglaublichkeit dieser wenigen Worte bewusst. Nüchtern betrachtet sagt hier jemand: „Wenn zwei oder drei Menschen sich wegen mir treffen, dann komme ich auch dazu!“ Das kann erstmal ziemlich selbstherrlich klingen, aber sehen wir uns doch einmal an, wer diese Worte spricht: Jesus Christus. Der, der erhöht zur Rechten Gottes sitzt. Der, der vor Entstehung der Welt schon existierte. Der König der Könige. Der, zu dessen Ehre sich sonntags weltweit unzählige Menschen treffen, sagt: „Es reichen zwei! Ihr müsst nicht erst eine Gruppe von 15 Leuten sein, damit ich zu euch komme. Es reichen zwei!“

Wenn in der Schule Wahlpflichtfächer gewählt wurden mussten wir manchmal hoffen, dass der Kurs, in den wir wollten, zustande kommt. Wir mussten hoffen, dass sich genug Schülerinnen und Schüler melden, damit es gerechtfertigt ist, einen Lehrer für den Kurs abzustellen.
Der Lehrer, der mit Vollmacht lehrt, ist bei nur zwei Schülern mit am Start!

Ich vermute die meisten hatten einmal einen Lehrer, der einen Arbeitsauftrag verteilt hat und sich dann hinter sein Pult gesetzt hat, um Zeitung zu lesen. Oder einen Dozenten, der für sein Seminar Referatsthemen verteilt hat und ab da jede Sitzung von Studenten abhalten ließ. Diese Lehrenden waren nicht in der Mitte ihrer Schüler. Sie waren außen vor, die Schüler sich selbst überlassen. Ist das der effektivste Weg zu lernen? Nein, der Lehrer muss sich vorher Gedanken gemacht haben! Er muss während dem Unterricht mehr als nur körperlich anwesend sein. Er muss sich auf den Lernprozess eingestellt haben, um ihn unterstützen zu können.
Der Lehrer, der mit Vollmacht lehrt, kommt in unsere Mitte, um uns zu verändern.

Vielleicht bist du jetzt etwas skeptisch geworden. Ist Jesus nicht eigentlich immer bei uns? Seit wann müssen wir zu zweit sein, um seine Aufmerksamkeit zu erregen?
In Matthäus 28 Vers 20 sagt Jesus schließlich selbst:

„Und ich versichere euch: Ich bin immer bei euch, bis ans Ende der Zeit!“

Ich glaube aus tiefstem Herzen, dass Jesus tatsächlich immer bei uns ist. Ich glaube, dass es wichtig ist, Zeit mit unserem Herrn allein zu verbringen. Ich glaube aber auch, dass ein großes Potential darin liegt, uns in kleinen Gruppen von zwei oder drei Leuten in seiner Gegenwart aufzuhalten und ich glaube, genau darauf weist dieser Vers hin.

Jesus ruft uns dazu auf, uns zu zweit oder zu dritt in seinem Namen zu versammeln, weil er genau weiß, welche Kraft und was für ein Segen darin liegen. Und genau dazu möchte ich auch aufrufen.

Zweierschaften ermöglichen eine Tiefe und Vertrautheit, die in einem Sonntagsgottesdienst selten möglich ist.
Zweierschaften bieten Konstanz und führen uns zurück zu Jesus, wenn wir ihn die ganze Woche beiseitegeschoben haben.
Zweierschaften lassen uns aktiv werden, weil wir uns nicht nur, wie im Gottesdienst „berieseln“ lassen können.
Zweierschaften geben Halt in den Stürmen unseres Lebens.
Zweierschaften helfen uns, unseren Herrn und Retter besser kennenzulernen und ihm ähnlicher zu werden.

Es liegt so viel Potential in Zweierschaften. Und sie können genauso unterschiedlich sein, wie wir verschieden sind.

Hier sind ein paar Möglichkeiten, wie ihr eure Zweierschaften gestalten könnt:

  • Lest zusammen in der Bibel und tauscht euch aus. Was lernt ihr über Gott? Was lernt ihr über euch selbst?
  • Lest gemeinsam ein christliches Buch und sprecht darüber. Was ist euch wichtig geworden? Was war neu? Was war schwierig?
  • Betet für-und miteinander. Was bewegt euch? Wo braucht ihr Gottes Eingreifen? Wo hat Gott Umstände verändert?
  • Hört euch zusammen Predigten an und sprecht darüber. Wie könnt ihr das Gehörte im Leben praktisch werden lassen?
  • Macht gemeinsam Lobpreis.

Ihr müsst nicht alle obigen Optionen einbringen. In meiner Zweierschaft lesen wir gerade gemeinsam ein Buch, aber auch viele der anderen Elemente kommen dann und wann vor, wenn uns gerade danach ist. Meistens beginnt der Abend damit, dass wir uns einfach nur unterhalten, darüber sprechen, was uns gerade beschäftigt, was diese Woche gelaufen ist oder noch bevor steht. Oft bringen wir diese Dinge schließlich gemeinsam im Gebet vor Gott. Manchmal schauen wir auch nur einen Film und genießen die Gemeinschaft. Und auch das ist in Ordnung.

Ich will euch dazu ermutigen eine Freundin zu finden, mit der ihr euch auf das Abenteuer Zweierschaft einlassen könnt.

Vielleicht denkt ihr gerade schon an jemanden, dann sprecht sie an. Und falls euch spontan niemand einfällt, dann betet dafür, dass Gott euch eine Person zeigt, mit der ihr euch regelmäßig zusammensetzen könnt.
Legt los und findet heraus, was für euch am besten passt.

Mein Gebet ist es, dass Gott jeder von uns Freundinnen schenkt, mit denen wir in Zweierschaften im Glauben wachsen können und die uns immer wieder den Blick auf unseren Helden Jesus Christus lenken.

Wie gestaltet ihr eure Zweierschaft?

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4 Kommentare zu „Warum ich jeden Mittwochabend mit der gleichen Person verbringe {Zweierschaft}

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