Die Kunst der kleinen Schritte

Kunst kleine Schritte

Es gibt Zeiten im Leben, da habe ich das Gefühl, meine Beziehung zu Gott stagniert. Stille. Tot. Aus. Und das, obwohl ich in den Gottesdienst gehe, bete, Bibel lese…alle diese Dinge von denen man sagt, dass sie das geistliche Wachstum fördern. Trotzdem werde ich nicht schlauer. Ich falle immer wieder über denselben Stein, ringe immer wieder mit den gleichen Ängsten. Und Gott?
Gott scheint irgendwo weit weg auf einer Wolke zu sitzen. Ich weiß, dass er noch da ist, aber auf einmal scheint er mein Leben einfach nur laufen zu lassen. Er lässt es dahinplätschern, anstatt sich aktiv daran zu beteiligen.

Wenn ich jetzt auf diese Zeiten zurückschaue, sehe ich, dass sich durch diese Zeiten etwas verändert hat. Meine Denkweise. Meine Entschlossenheit Gott nachzufolgen, weil es jedes Mal wieder aufwärts ging. Ich, weil es die Momente sind, in denen Er meinen Charakter schleift. Er geht mit uns mit und ist in unseren Leben am Werk, auch wenn wir oft erst beim Zurückschauen seine Fußstapfen neben den unseren sehen und seine Fingerabdrücke an unserem Charakter erkennen.

Und ihr sollt wissen, liebe Freunde, dass ein Tag für den Herrn wie tausend Jahre ist und tausend Jahre wie ein Tag. ~2.Petrus 3,8

Unser Gott ist ein Gott der Ewigkeit und er lässt sich nicht hetzen. Gott passt sich an unser Tempo an, er überfordert uns nicht. Auch wenn wir manchmal das Gefühl haben wir stehen still, weiß er doch, was gut für uns ist.
In diesen Zeiten arbeitet Gott. Und nur mit viel Zeit kann er wirklich bleibende Veränderungen in uns bewirken.

Als ich einmal einem Freund gegenüber meine Frustration darüber äußerte, dass Gott gerade gar nichts „Großes“ in meinem Leben mache, sagte er:

„Unser Leben mit Gott ist wie ein Lauf. Manchmal rennen wir. Die Landschaft verändert sich schnell und wir legen in kurzer Zeit einen weiten Weg zurück. Aber wir können nicht immer rennen. Wir brauchen Zeiten, in denen wir uns erholen können und dürfen. Wir dürfen durch die Landschaft spazieren und den Ausblick genießen, den wir im Rennen gar nicht wahrnehmen würden.“

Es gibt die Zeiten, in denen wir in wenigen Wochen radikale Veränderungen durchmachen, in denen Gott uns Augen öffnet und wir sein Handeln ganz deutlich erkennen können. Aber es gibt genauso Zeiten der Ruhe, in denen Gott Lektionen festigt, indem wir lernen sie im Alltag anzuwenden.

Manche von Gottes Unterrichtseinheiten brauchen mehr Zeit. Sie brauchen eine solide Grundlage und sie müssen immer wieder neu durchbuchstabiert werden – in ganz kleinen Schritten. Wir haben vielleicht das Gefühl wir treten auf der Stelle, aber beim Zurückschauen werden wir feststellen, dass wir die ganze Zeit unterwegs waren ohne es zu merken.

Lasst uns darauf vertrauen, dass Gott in unseren Leben am Werk ist – auch, wenn es anscheinend mal wieder länger dauert.

Haltet nun also geduldig aus, Geschwister, bis der Herr wiederkommt! Denkt an den Bauern, der darauf wartet, dass auf seinem Land die kostbare Ernte heranreift. Ihretwegen fasst er sich in Geduld, bis der Herbstregen und der Frühjahrsregen auf das Land gefallen sind. ~Jakobus 5,7

Kostbare Ernte braucht Zeit zum reifen. Und so viel passiert unter der Erde, unsichtbar für den Bauern. Das Wurzelwerk muss stark sein und Nahrung bekommen.

Wenn du gerade das Gefühl hast dein Leben mit Gott steht auf Pause, dann sei beruhigt: Er arbeitet an deinem Wurzelwerk! Gib nicht auf, sondern besorge dir weiterhin geistliche Nahrung. Schlage tiefe Wurzeln in Gottes Wort. Umgib dich mit Menschen, die dich geistlich „füttern“ und immer wieder neu herausfordern.

Stärke dein Wurzelwerk und sammel die Kraft für den nächsten Lauf!

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