Gott im Alltag dienen

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Manchmal habe ich den Wunsch, dass mein Leben außergewöhnlich ist.
Dass es besonders ist und sich von anderen abhebt. Letztes Jahr
durfte ich in einem Musical mitspielen, was sehr besonders für mich
war - allerdings hat mich das letztendlich zu der Frage geführt
"Was habe ich von einem Leben, das weltlich gesehen außergewöhnlich ist?"
Ich durfte einen Artikel von Elisa DeVries übersetzen, der uns hilft
unseren Fokus wieder auf den auszurichten, auf den es ankommt...

Ich laufe in einen Kindergartengruppenraum, groggy und dösig. Ich zwinge das Koffein quasi durch meinen Körper, um nur die Augen offen zu halten. Meiner bescheidenen und ungefragten Meinung nach, ist 8:30 Uhr viel zu früh, um von irgendeinem Menschen mehr zu erwarten, als das Anheben einer Kaffeetasse. Aber meine Meinung zählt nicht viel, wenn es um einen Arbeitsplan geht. Also muss ich lernen um 8:30 Uhr froh und dynamisch zu sein, weil es nichts wie einen Raum voller Vierjähriger gibt um dich morgens in Gang zu bringen.

Mein Tag verläuft dem routinierten Plan entsprechend und ich liebe jede Minute davon. Es gibt Momente, in denen meine Nerven gespannt sind, sodass sie jeden Moment reißen könnten. Und dann sind da Momente, in denen eine kleine Hand meinen Arm berührt und mein Herz weich werden lässt. Es gibt Momente, in denen ich glaube verrückt zu werden, wenn ich noch nur ein weiteres schrilles Stimmchen „Kindergärtnerin!“ quäken höre, und es gibt Momente, in denen ich innehalte, atme, und innerlich einen Schnappschuss von den rotwangigen Gesichtern mache, die zu mir aufsehen.

„Glaube nicht, dass Liebe außergewöhnlich sein muss, um aufrichtig zu sein. Was wir brauchen ist Liebe die nicht müde wird. Sei treu in den kleinen Dingen, denn in ihnen liegt deine Stärke.“ – Mutter Theresa

Ich bin der Frühstücksdosen-öffnende Ninja, der Geschichtenerzähler, der Tyrann des Mittagsschlafes und der Soldat, der zur Stelle ist, wenn etwas in die Hose ging. Ich bin das Kitzelmonster, der Süßigkeitenautomat und die Königin des Aua-Küssens. Am Ende des Tages fühle ich mich nicht ausgelaugt oder erschlagen. Ich bin müde, aber auf die gute Art, die man fühlt nachdem man etwas Großartiges geschafft hat. Die Art von müde, die keine Niederlage, sondern ein Erfolg ist.

Ich tue nichts Episches. Ich hinterlasse keine gigantischen Fußabdrücke in der Welt. Manche Menschen retten Leben. Manche schreiben Bestseller. Manche leiten einen großen, geistlichen Dienst und berühren dadurch Tausende. Andere reisen nach nah und fern um das Evangelium zu verbreiten. Ich mache nichts davon, aber ich hinterlasse trotzdem wertvolle Fußspuren. Meine sind vielleicht nicht sichtbar, aber von dem Schöpfer der Fußspuren werden sie gesehen. Das ist alles, was zählt.

Er hat die einen als Apostel, die anderen als Propheten, wieder andere als Prediger und schließlich einige als Hirten und Lehrer eingesetzt. Ihre Aufgabe ist es, die Gläubigen für ihren Dienst vorzubereiten und die Gemeinde – den Leib Christi – zu stärken. ~Epheser 4,11-12

Ich brauchte eine Weile, aber im letzten Jahr habe ich endlich angefangen zu verstehen, dass ich keine gigantischen Fußspuren hinterlassen muss, um etwas wert zu sein. Nicht alle von uns sind dazu berufen epische Dinge zu tun. Manche von uns sind zu alltäglichen Dingen berufen. Manche von uns sind dazu berufen Lebensmittel zu verpacken. Manche von uns sind dazu berufen Kaffee zu machen. Manche von uns sind dazu berufen Kindergärtnerinnen zu sein.

Gewöhnlich zu sein heißt nicht unbedeutend zu sein.

Jede Berufung ist wichtig. Jede Person arbeitet an dem Königreich, ob im Großen oder im Kleinen. Manche mögen in diesem Leben bekannter sein, aber in den Augen unseres großen Königs sind wir alle von gleicher Wichtigkeit.

„…die Arbeit von Mönchen und Priestern, egal wie heilig und mühsam es auch sein mag, unterscheidet sich aus Gottes Sicht in keinster Weise von der Arbeit der Bauern auf dem Feld oder der Frauen, die ihren häuslichen Pflichten nachkommen, sondern vor Gott sind alle Werke durch Glaube allein bemessen…“ – Martin Luther

In dieser Zeit meines Lebens hat Gott mich dazu berufen eine Kindergärtnerin und Studentin zu sein. Auch wenn ich keinen sichtbaren, einschlagenden Eindruck auf dieser Welt hinterlasse, hat er mich aus einem Grund dazu berufen. Vielleicht berühre ich nur ein, zwei oder drei Menschen, aber was für ein Segen ist es, dass Gott mich überhaupt benutzt um so viele zu segnen!

Ich bin nicht hier, um von der Welt bewundert zu werden, sondern um die Herrlichkeit meines Vaters zu verbreiten.

Diese anscheinend gewöhnliche Aufgabe, die vor mir liegt, bekommt auf einmal eine kolossale Bedeutung, dadurch, dass es Gott war, der sie mir anvertraute. Er hat mich dazu berufen ihr nachzugehen und deswegen will ich sie mit jedem bisschen Energie, das ich habe, erfüllen.

Gott selbst ist ja in euch am Werk und macht euch nicht nur bereit, sondern auch fähig, das zu tun, was ihm gefällt. Verbannt alle Unzufriedenheit und alle Streitsucht aus eurer Mitte […] ~Philipper 2,13-14

Ich will Ihn anbeten und Ihm dienen durch das Frühstückdosen öffnen, das Ausmalen, und das Küssen auf Auas. Ich will Ihn anbeten durch mein Studium, mein Hausarbeiten schreiben und mein nie endendes Lesen. Ich hinterlasse keine Fußspuren, die für die Welt sichtbar sind, aber ich tue das, worum mein König und Vater mich gebeten hat. Das ist mehr als genug für mich.

{Foto}{Original Artikel}

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