Von Hochzeiten zu HOCHzeiten

Single Season Letzte Woche war wieder so ein Moment: Von einem Moment auf den anderen befindet man sich gefühlt umringt von Menschen, die gerade bis über beide Ohren in ihren Hochzeitsvorbereitungen stecken. Zu den Verlobungsgeschichten kann man selbst herzlich wenig beitragen und was bleibt ist ein leicht bitterer Beigeschmack, den ein kleines grünes Monster namens Neid hinterlässt.

Rundum wird geheiratet. Die Eltern lassen mehr oder weniger subtil durchblicken, dass sie sich ja über ein neues Familienanhängsel auch freuen würden und sogar der Opa fragt nach, ob man denn mal langsam mit einer Hochzeit rechnen könnte. Und man selbst ist ja auch der Meinung, dass Prince Charming mal langsam um die Ecke geritten kommen könnte…

Wenn jedes Frühjahr neu die Verlobungskarten in den Briefkästen landen, wird einem manchmal auf unangenehme Art und Weise vor Augen geführt, dass einem ein vermeintlich wichtiges Detail auf dem Weg zum perfekten Leben noch fehlt. Aber wie wichtig ist dieses Detail tatsächlich?

Ich selbst habe manchmal das Gefühl in einer Achterbahn zu sitzen. Es gibt Phasen in meinem Leben, in denen ich vollkommen zufrieden bin, dankbar, für die Dinge, die ich habe und rundum glücklich – auch ohne festen Freund in Aussicht. Aber wie jede anständige Achterbahn, fährt auch diese wieder abwärts und es gibt Tage an denen ich Gott die Ohren volljammere, warum denn jeder andere Topf einen Deckel findet und er mich anscheinend als Wok geschaffen hat.

Bei genauerem Hinsehen ist mir eins besonders aufgefallen: Die Phasen, in denen mich meine eigene Hochzeit am wenigsten juckt, sind die besonderen HOCHzeiten mit Gott, meinem Herrn und meinem Schöpfer. Wenn ich nah an Seinem Herzen bin, ist der eigene Herzschmerz leichter zu ertragen, wenn ich täglich auf Seine Stimme höre, erreichen mich die Stimmen der Welt nicht mehr, die mir eintrichtern wollen, ich bräuchte einen Mann um vollkommen glücklich zu sein. Wenn ich nach einem genialen Jugendgottesdienst rundum zufrieden, erschöpft aber mit einem Lächeln auf dem Gesicht im Bett liege, wird mir bewusst, dass es keinen anderen geben kann, der mein Leben so erfüllt, wie Jesus. Und so schwer es auch manchmal zu glauben sein mag, das ist die Wahrheit!

Doch mir geht es gut, weil ich mich nahe an Gott halte! Ich setze meine Zuversicht auf den allmächtigen Herrn, von seinen wunderbaren Werken will ich allen erzählen. ~Psalm 73,28

Allein Gott nahe zu sein, kann uns wirklich glücklich machen. Nur er kann uns vollkommen erfüllen. Die Momente, in denen ich mit Gott völlig konform laufe, in denen ich das tue, wozu er mich auf diese Welt gestellt hat, sind die, in denen mich ein Gedanke an Ehelosigkeit nicht mehr erschreckt.

Das bedeutet nicht, „Stell dich schonmal auf ein Leben in Ehelosigkeit ein, wenn Gott dir bisher keinen Partner geschenkt hat“, aber ich wünsche uns, dass wir unseren Blick auf unsere Singlesaison ändern.

Genauso kann eine Frau, die nicht mehr verheiratet ist oder nie verheiratet war, sich körperlich und geistig sehr viel stärker für den Herrn einsetzen als eine verheiratete Frau, die sich um ihre irdischen Verpflichtungen kümmern und darüber nachdenken muss, wie sie ihrem Mann gefallen kann. ~1. Korinther 7,34

Unsere Singlesaison ist eine Saison der Unabhängigkeit. Wir können unsere Zeit alleine verplanen, ohne auf einen Partner Rücksicht nehmen zu müssen. Wir müssen keine Kraft in eine Beziehung investieren, sondern können sie einsetzen, wo sie gebraucht wird. Wir können die Menschen lieben, die gerade das Gefühl haben, alleine auf der Welt zu sein.

Dies ist die Zeit, in der wir auf Freizeiten mitfahren können, um Menschen zu helfen näher zu Gott zu kommen. Dies ist die Zeit, in der wir spontan jemanden auf einen Kaffee einladen können, um einfach nur zuzuhören und einer Seele etwas Gutes zu tun. Dies ist die Zeit, in der wir unserer alten Nachbarin im Haushalt helfen können, um sie zu entlasten. Dies ist die Zeit, die wir besonders für Gott nutzen können!

Lasst uns nicht unsere Zeit damit verschwenden, etwas hinterher zu trauern, was noch früh genug Teil unseres Lebens sein wird, sondern lasst uns die Zeit nutzen, die wir haben. Jetzt. Für unseren Gott. Den einen, der uns glücklich macht!

Wie möchtest du deine Singlesaison nutzen?

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3 Kommentare zu „Von Hochzeiten zu HOCHzeiten

  1. Danke für deine Worte. Ich kenne diese Achterbahn auch und meine fährt in diesen Punkt gerade runter, deshalb bin ich dir dankbar für deinen Text der einen wieder Mut macht, zeigt das man nicht alleine damit ist und wie man da wieder hoch kommt…. 🙂

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