Audienz bei Gott {Bibelstudium}

Markus Kalb schreibt in seinem Buch Herzblut von dem „Privileg der ‚Audienz bei Gott‘“. Als ich den Ausdruck gelesen habe, hat er mich unheimlich begeistert! Es ist so eine schöne Art unsere „Stille Zeit“ zu sehen.
Ich kann aus eigener Erfahrung sprechen, wenn ich sage, manchmal muss ich mich abends förmlich zwingen noch ein Kapitel in der Bibel zu lesen, nur damit ich an diesem Tag etwas Zeit mit Gott verbracht habe – damit ich meine Stille Zeit von der To-Do Liste streichen kann (es gab traurigerweise tatsächlich schon Phasen, in denen sie als ein Punkt auf meiner Liste auftauchte). Am schlimmsten ist in diesen Momenten des inneren Kampfes der Gedanke ‚Wenn du nur aus Zwang vor Gott kommst, und nicht weil du es willst, kann Er sich davon ja auch nichts kaufen‘.
Wir sind heutzutage so sehr von dem Gesetz befreit, dass unser geistliches Leben oft in Richtung Laissez-faire tendiert. Wir werden ja nicht durch das Gesetz gerecht. Jesus liebt mich.

Das ist auch gut und wahr, aber Fakt ist, dass geistliches Wachstum nicht von irgendwoher kommt. „Aber der Heilige Geist macht doch –“ Auch der Heilige Geist kann nur in uns wirken und arbeiten, wenn wir ihm den Raum dafür geben und uns ihm zur Verfügung stellen.

Die ganze Schrift ist von Gottes Geist eingegeben und kann uns lehren, was wahr ist, und uns erkennen lassen, wo Schuld in unserem Leben ist. Sie weist uns zurecht und erzieht uns dazu, Gottes Willen zu tun. Durch die Schrift bereitet Gott uns umfassend vor und rüstet uns aus für alles, was wir nach seinem Willen tun sollen. ~2. Timotheus 3,16-17

In der Bibel zu lesen ist nicht nur die Kür im Glaubensleben. Es ist die Basis für geistliches Wachstum und für unseren Dienst. Wie wollen wir Gott dienen, wenn wir ihn nicht kennen? Wie wollen wir ihm dienen, wenn wir nicht wissen, was er von uns möchte?

Dafür brauchen wir unsere täglichen Audienzen bei Gott. Wir haben die Ehre vor seinen Thron zu kommen, zu seinen Füßen zu sitzen und bei ihm unsere Lasten loszuwerden und aufzutanken. Trotz dem Bewusstsein, wie wichtig diese Audienzen eigentlich für uns sind, fällt es uns oft schwer, sie als Privileg zu sehen, anstatt als lästige Pflicht.

Wenn du Schwierigkeiten damit hast, dir regelmäßig Zeit zu nehmen, um vor Gott zur Ruhe zu kommen, liegt es vielleicht daran, dass du noch nicht den richtigen Weg gefunden hast. Hier sind ein paar Vorschläge, wie du deine Audienzen beim König der Könige gestalten kannst:

„SHAPE“ ist ein Prinzip, das aus den USA nach Deutschland geschwappt ist.
S wie „scripture (=Schrift): Welcher Bibelvers ist dir aus dem heutigen Abschnitt aufgefallen?
H wie „hear (=hören): Was möchte Gott dir durch diesen Vers sagen?
A wie „application“ (=Anwenden): Was fängst du damit an? Wie möchtest du das Gelernte konkret in deinem Leben umsetzen?
P wie „prayer“ (=persönliches Gebet): Was liegt dir auf dem Herzen?
E wie „exalt“ (=ehren): Wofür möchtest du Gott danken und preisen?

W-Fragen: Versuche die W-Fragen in Bezug auf den Text zu beantworten. Wer ist beteiligt? Wann und wo passiert das Ganze? Was passiert überhaupt? Das kann dir helfen, besser zu verstehen, was du liest. Am Ende kannst du noch überlegen, was dir wichtig geworden ist.

– Lese einen Text in der Bibel und versuche ihn (oder einen einzelnen Vers davon) künstlerisch umzusetzen. Das kannst du entweder in einem separaten Notizbuch oder direkt in deiner Bibel machen (ich habe seit kurzem eine Bibel extra dafür). Während ich über die Umsetzung nachdenke und daran arbeite, verinnerliche ich den Vers viel mehr und oft kann ich ihn danach auswendig.

– Versuche dir nach dem Lesen eines Textes das Gelesene bildlich vorzustellen. Ich versuche mich manchmal in die Szenen hineinzuversetzen und erst dadurch wird mir oft das Ausmaß von Gottes Handeln oder seiner Größe bewusst.

– Du kannst auch mithilfe von Konkordanzen oder Kommentaren bestimmte Themen der Bibel (z.B.: Wasser mit seinem Symbolcharakter) oder Eigenschaften Gottes (z.B.: Gerechtigkeit) oder der Gläubigen (z.B.: Kindschaft) studieren.

Das alles sind nur Vorschläge. Ich variiere oft zwischen den einzelnen Möglichkeiten und ich möchte dich ermutigen verschiedene Wege auszuprobieren und herauszufinden, was für dich am besten passt.

Vielleicht hilft es dir auch, dich regelmäßig mit einer Freundin zu treffen (vielleicht im Rahmen einer Zweierschaft) und dich darüber auszutauschen, was euch in letzter Zeit beim Bibellesen wichtig geworden ist. Vielleicht hangelt ihr euch auch gemeinsam an einem Bibelleseplan entlang. Mit einem Rechenschaftspartner ist es manchmal leichter den inneren Schweinehund zu überwinden und zumindest bei mir ist es so, dass wenn ich erstmal zur Bibel gegriffen habe, ich echt Kraft aus diesen Zeiten schöpfe.

Lasst uns unsere Bibeln entstauben und uns voll Vorfreude zu einer Audienz bei Gott aufmachen!

Wie liest du deine Bibel? Wir würden uns freuen, wenn du in den Kommentaren davon erzählst.

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Ein Kommentar zu „Audienz bei Gott {Bibelstudium}

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