Wie Petrus auf dem Wasser gehen

Petrus 1Ich kann mich noch gut an den Winter vor drei Jahren erinnern. Es lag kaum Schnee, obwohl es richtig kalt war. Zu kalt für Schnee. Dafür ist alles gefroren. Auch die Lahn. Ich erinnere mich noch daran, dass wir an einem Tag auf der Lahn spazieren gegangen sind. Es war ein unglaublich cooles Gefühl mitten auf einem Fluss zu stehen. Mittendrin. Einfach auf dem Wasser. Naja. Auf dem Eis auf dem Wasser. Aber trotzdem.
Es gehörte eine Portion Mut dazu. Ich muss gestehen, dass ich am Anfang bei jedem Knacken des Eises zusammengezuckt bin und es einen Moment gedauert hat, sich daran zu gewöhnen und nicht ständig nach dem nächsten Ufer Ausschau zu halten. Aber dann standen wir da. Mittendrin. Wie Petrus. Also fast wie Petrus.

Man kann ja über Petrus sagen was man will: „Große Klappe, nix dahinter“, „Hat Jesus verleugnet – vor Dienerinnen“, „Fels oder doch eher Fähnchen im Wind?“; aber trotzdem denke ich, dass wir uns ihn zum Vorbild nehmen können. Zu oft wird in der Geschichte von Petrus auf dem Wasser (nachzulesen in Matthäus 14, 22-33) das Augenmerk auf sein Zweifeln gelegt, auf sein Untergehen, aber schauen wir uns doch mal an, wie er dahin gekommen ist:

Die Jünger sind in einem Boot mitten auf dem See. Starker Wind rundum, heftige Wellen und als wäre das jetzt nicht genug, kommt über das Wasser ein Gespenst auf ihr Boot zu und behauptet Jesus zu sein.

Ich kann nicht sagen wie ich reagiert hätte, aber ich weiß mit ziemlicher Sicherheit, dass ich nicht reagiert hätte, wie Petrus:

Da rief Petrus ihm zu: »Herr, wenn du es wirklich bist, befiehl mir, auf dem Wasser zu dir zu kommen.« ~Matthäus 14,28

Bitte was? Mitten auf dem See, im Sturm, fällt Petrus nichts Besseres ein als: „Herr, befiehl mir auf dem Wasser zu dir zu kommen?“ Was sind das denn jetzt für Sperenzchen?

Petrus 2

Aber anscheinend ist das nicht das, was Jesus darüber dachte.

»Komm!«, sagte Jesus. Petrus stieg aus dem Boot und ging auf dem Wasser auf Jesus zu. ~Matthäus 14,29

Jesus erklärt Petrus nicht für verrückt für diesen Glaubensschritt. Er sagt nicht: „Sorry, Petrus, dafür haben wir jetzt keine Zeit. Ich komm erstmal zu euch ins Boot und passe auf, dass ihr nicht untergeht…“

Er fordert ihn sogar dazu auf, diesen Glaubensschritt zu tun. Ich bete, dass ich diese Eigenschaft von Petrus mehr und mehr erlernen kann:

Mitten auf dem See, mitten im Sturm, nicht mich an die Sicherheiten, die ich habe, klammern und im Boot zusammenrücken, damit Jesus dazukommen kann, sondern meine Sicherheiten verlassen und auf Jesus allein schauen.
Und ich glaube Jesus steht auch bei jeder von uns auf dem Wasser und sagt: „Komm!“

Lasst uns aus unseren Booten aussteigen und über das Wasser, durch den Sturm, auf Jesus zugehen!

Es ist nicht einfach. Petrus hatte Angst und begann zu sinken. Aber Jesus war sofort da, um ihn festzuhalten. Wenn wir auf dem Wasser gehen, kann es uns passieren, dass wir fallen, dass uns die Situation plötzlich noch schlimmer vorkommt, als vorher, dass wir das Gefühl haben unterzugehen, aber Jesus ist da. Er streckt uns die Hand hin und hält uns fest. Er führt uns sicher zurück zum Boot und stillt den Sturm. Und vielleicht schaffen wir es das nächste Mal ein paar Schritte weiter.

Ich weiß nicht, wie dein Sturm aussieht. Stürme gibt es in so vielen Bereichen unseres Lebens: Freundschaften, Studium oder Ausbildung, Gemeindedienst, Familie, Finanzen, Partnerschaft…
Die Liste könnte noch so viel weitergehen, aber ich möchte uns dazu ermutigen, uns nicht auf unsere Sicherheiten zu verlassen. Lasst uns auf dem Wasser gehen, Jesus fest im Blick, im Vertrauen darauf, dass Er uns hält, selbst wenn wir sinken.

„Komm!“

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