Wenn das Ende der Kraft noch nicht das Ende der Bedrängnis ist

Der Herr schenkt dir neue KRaftDiesen Sommer war ich auf zwei Freizeiten als Mitarbeiter unterwegs. Drei Wochen am Stück. Dass das irgendwie ziemlich anstrengend sein könnte, habe ich in meinem jugendlichen Leichtsinn nicht bedacht. Dass mich das an meine Grenzen bringen könnte, schon gar nicht.
Ob wir uns – wie ich – unbewusst bewusst in solche Stressphasen begeben oder durch unsere Umstände und Lebenssituation einfach hineingeworfen werden macht keinen Unterschied. Auf die eine oder andere Art und Weise werden wohl die meisten von uns erlebt haben, was es heißt, am Ende unserer Kräfte zu sein und trotzdem weitermachen zu müssen.

Die ersten zwei Wochen waren noch irgendwie machbar. Manchmal anstrengend, manchmal nervenaufreibend, aber doch schön. Richtig hart wurde es erst auf der zweiten Freizeit.

Schon am zweiten Abend saß ich weinend hinter dem Freizeithaus, telefonierte mit meinem Papa und wäre am liebsten nach Hause gefahren. Wir waren erst zwei Tage da, aber ich hatte das Gefühl es nicht mehr länger tragen zu können. Alles, was ich wollte, war, mich zu Hause mit einem Tee auf der Couch in eine kuschelige Decke einzumummeln und mich auszuruhen. Aber bis dahin hatte ich noch fünf Tage vor mir. Als ich aufgelegt hatte, betete ich. Ich weiß gar nicht mehr genau was, aber ich sagte Gott, dass ich keine Kraft mehr hätte und er weitermachen müsse. Das hatte ich zwar auf dem Lager vorher auch schon gebetet, aber jetzt meinte ich es noch viel ernster.

Als ich in diesem Moment an das Lager dachte, fiel mir ein Lied ein, was wir dort gesungen haben.

Du bist ein guter Gott.
Du bist mit immer nah.
Keiner, keiner ist wie du!

Diese Wahrheit tat so gut, dass ich aufstehen und zu den anderen zurückgehen konnte.

An dem Tag, da ich rief, hast du mir geantwortet; du hast mir Mut verliehen, in meine Seele kam Kraft. ~Psalm 138,3

Ich wünschte, ich könnte schreiben, dass von diesem Moment an alles wie am Schnürchen lief. Dass ich morgens vor Energie strotzend aufwachte und mich vollkommen unermüdlich in den Tag stürzte. Ich wünschte, ich könnte schreiben, dass ich ab diesem Moment voller Freude war, das Ende der Freizeit schneller kam, als erwartet und ich noch drei Wochen hätte weitermachen können.

Aber das ist nicht war. Es war immernoch hart. Ich habe immernoch Momente gehabt, in denen ich das Gefühl hatte zu zerbrechen und ich war mehr als dankbar, als am Samstagmorgen der letzte Teeny abgeholt war und wir nach Hause fahren konnten.

Trotzdem durfte ich in all dem erfahren, wie gut Gott ist, immer nah und treu.

Ich liebe die Natur und freue mich manchmal unglaublich an ihrem besonderen Anblick. An diesem Abend durfte ich mich nicht nur über einen, sondern gleich über zwei Regenbögen freuen, die direkt über unserem Gelände am Himmel waren. Auf dieser Freizeit habe ich welche der schönsten Himmel gesehen, als die Sturmwolken von der untergehenden Sonne gefärbt wurden. Ich weiß, das klingt unglaublich kitschig, aber für mich waren diese Momente so besonders, weil Gott jedes Mal gesagt hat: „Werde einfach einen Moment ruhig und genieße meine Herrlichkeit!“

Die Lobpreiszeiten vor den Inputs gehörten plötzlich zu meinen Kraftquellen. Ich habe mehr als einmal dort, hinter allen Teenys gestanden, und Tränen in den Augen gehabt, weil Gott so deutlich gesagt hat: „Gib mir deine Last, ich trage sie mit dir diesen Berg hinauf. Vertrau mir!“

Und als ich das Gefühl hatte, ich könne nicht mehr weitergehen, hat er mir Freundinnen zur Seite gestellt, die mich wieder aufgebaut haben.

In dem auf und ab dieser drei Wochen habe ich erlebt, dass es stimmt, was der Psalmist schreibt:

Der Herr gibt seinem Volk Kraft und schenkt ihm Frieden. ~Psalm 29,11

Ich weiß nicht, in was für einer Situation du gerade steckst, oder wofür du gerade Kraft brauchst. Ich weiß nicht, wie lange du schon kämpfst und nur weitermachst, weil du keine andere Option hast.

Aber eins weiß ich: Der Gott, der Himmel und Erde gemacht hat, liebt dich unglaublich. Er ist dir immer nah, auch in diesem Moment. Und er wird dir Kraft und den Frieden schenken, den du brauchst, um weiterzugehen.

Doch die, die auf den Herrn warten, gewinnen neue Kraft. Sie schwingen sich nach oben wie die Adler. Sie laufen schnell, ohne zu ermüden. Sie werden gehen und werden nicht matt. ~Jesaja 40,31

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2 Kommentare zu „Wenn das Ende der Kraft noch nicht das Ende der Bedrängnis ist

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