Radikales Christsein

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Das Christentum verliert in den letzten Jahren deutlich an Ansehen in Deutschland. Es wird zu einem Statement nicht zu glauben. Einer Studie der EKD zufolge ist einer der Hauptgründe, warum Deutsche aus der Kirche austreten und sich von Gott distanzieren, die Unglaubwürdigkeit der Kirche selbst. Im Bericht über diese Studie steht auch, dass es kaum vorstellbar sei, diesen Umstand zu ändern. Ich glaube allerdings nicht, dass wir diesem Phänomen ausgeliefert sind. Wie also können wir unsere Glaubwürdigkeit als Christen zurückgewinnen?

Ich glaube, dass Christen manchmal Angst haben, aufzufallen. Ich kenne das von mir. Ich würde oft lieber mit der breiten Masse verschwimmen, als diejenige zu sein, die als Christ davon hervorsticht. Und ich glaube, dass genau da unser Problem liegt. Wir wollen keine Aufmerksamkeit erregen, nicht auffallen – und das schon gar nicht im „negativen“ Sinne. Leider werden viele unserer christlichen Werte in der heutigen Gesellschaft als negativ gesehen – und wenn nicht negativ, dann zumindest doch etwas schräg und veraltet.

Ehrlichkeit, Vergebung, Nächstenliebe, sexuelle Reinheit… die meisten würden wahrscheinlich nicht mal abstreiten, dass diese Werte auf eine Weise gut und wichtig sind, aber wenn es darum geht, sie tatsächlich zu leben, sind sie nur noch halb so bedeutungsvoll. Und wir lassen uns von diesem Denken beeinflussen. „Naja, so schlimm ist so ein knappes Top jetzt auch nicht. Das tragen ja alle.“ „Ach komm, eine kleine Notlüge ist ja kein Weltuntergang.“ „Man kann auch nicht alle lieben – manche Menschen machen es einem halt schwer. Gott weiß das mit Sicherheit auch.“

Ich kenne diese Sprüche, weil es alles Gedanken sind, die original so in meinem Kopf schon rumgeschwirrt sind. Wie schnell finden wir Ausflüchte, nur um doch mit beruhigtem Gewissen mit dem Strom schwimmen zu können.

Aber das ist nicht, was Gott sich von uns wünscht. Im Johannesevangelium sagt Jesus zu seinen Jüngern:

Wer meine Gebote kennt und sie befolgt, der liebt mich. Und weil er mich liebt, wird mein Vater ihn lieben und ich werde ihn lieben. Und ich werde mich ihm persönlich zu erkennen geben. ~Johannes 14,21

Jesus wünscht sich Gehorsam. Das bedeutet nicht, dass wir erst Gehorsam sein müssen, um dann gerettet zu werden. Das bedeutet auch nicht, dass wir uns durch Gehorsam unsere Rettung verdienen. Das ist nicht Gnade.

Aber es bedeutet, dass Gott unser Gehorsam wichtig ist und er als Dank für unsere Errettung folgen sollte. Wir zeigen Gott durch unseren Gehorsam, dass wir ihn lieben und ehren. So, wie Kinder ihren Eltern Gehorsam schulden, erwartet Gott von uns Gehorsam, da wir mit der Bekehrung seine Kinder sind:

Seht, welch eine Liebe hat uns der Vater erwiesen, dass wir Kinder Gottes heißen sollen! Darum erkennt uns die Welt nicht, weil sie Ihn nicht erkannt hat. ~ 1.Johannes 3,1

Als gehorsame Kinder passt euch nicht den Begierden an, denen ihr früher in eurer Unwissenheit dientet, sondern wie der, welcher euch berufen hat, heilig ist, sollt auch ihr heilig sein in eurem ganzen Wandel. Denn es steht geschrieben: „Ihr sollt heilig sein, denn ich bin heilig!“ ~1.Petrus 1,14-16

Gott wünscht sich unseren Gehorsam. Er kennt sogar die Problematik, dass wir in der Welt dadurch auffallen. Das ist die vollkommen normale Konsequenz dessen, dass wir jetzt zu ihm gehören. Lasst uns unseren Glauben in letzter Konsequenz leben!

Er macht uns zu Königskindern. Warum wollen wir also weiter ein Leben der Bettler leben?

In Christus sind wir frei, uns nach seinen Maßstäben zu richten und nicht nach denen der Welt.

In Christus müssen wir nicht in allem unseren eigenen Vorteil suchen, weil wir wissen dürfen, dass Gott die Dinge in der Hand hält und auf unserer Seite steht.
In Christus müssen wir uns nicht selbst aufwerten durch tolle Leistungen oder ein knappes Top, weil wir wissen dürfen, dass Gott uns unseren Wert schon längst zugesprochen hat.
In Christus müssen wir nicht lügen, um die Wogen zu glätten, weil wir wissen dürfen, dass wir auf Gott, unserem Felsen, sicher stehen.

KönigskindIch kann gut nachvollziehen, dass die Kirche an Attraktivität verliert. Wenn wir unsere eigenen Maßstäbe zugunsten der Welt ablegen, wo bleibt dann die Authentizität? Wenn sich durch die Bekehrung nichts verändert, außer, dass ich mein Handeln durch Ausreden rechtfertigen muss, warum sollte sich dann irgendjemand bekehren wollen?

Natürlich erregen die christlichen Werte Aufsehen. Viele von ihnen sind in der heutigen Gesellschaft als veraltet und intolerant angesehen. Aber wenigstens werden sie gesehen und geben uns die Möglichkeit, zu zeigen, was wirklich dahinter steckt. Wenn wir uns als Christen bezeichnen, aber die Menschen merken nicht, dass etwas an uns anders ist, machen wir uns lächerlich.

Wo ist die Anziehungskraft eines Glaubens, wenn er nicht die Kraft hat, Leben zu verändern? Jesus hat unser Leben grundlegend verändert. Lasst uns das der Welt auch zeigen!

Gott hat uns zu seinen Königskindern gemacht. Lasst uns unsere Lumpen ablegen und auch als Königskinder leben.

Wie lebst du als Königskind?

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2 Kommentare zu „Radikales Christsein

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