Gnade kann man nicht verdienen

GnadeIch verdiene mir gerne Dinge. Ich weiß gern, dass ich zurecht bekomme, was ich bekomme – weil ich es verdient habe. Schule fiel mir schon immer leicht und jetzt im Studium überanstrenge ich mich ehrlich gesagt auch nicht. Wenn ich meinen Lernaufwand für die Prüfungen mit dem, meiner Kommilitonen vergleiche, dann aber sehe, dass die Noten ähnlich ausfallen, habe ich manchmal ein schlechtes Gewissen. Ich frage mich dann, ob ich meine Noten überhaupt verdient habe. Natürlich freue ich mich über die Noten, aber was habe ich dafür getan? Kaum etwas.

Selbst in Freundschaften tappe ich immer wieder in die Falle, dass ich das Gefühl habe, ich müsste mir die Freundschaft der anderen verdienen. Ich muss etwas dafür tun, sodass ich es verdient habe, mit diesen wunderbaren Menschen befreundet zu sein – aber langsam aber sicher darf ich lernen, dass ich nichts leisten muss.

Wenn ich mir schon die Freundschaft von Menschen nicht verdienen kann, wie viel weniger die Freundschaft eines Gottes?

Ich glaube, dass wir in einer Gesellschaft leben, die es uns schwer macht das Konzept von göttlicher Gnade zu verstehen. Wir müssen leisten, um etwas zu sein. Wir müssen uns alles erarbeiten: Ansehen, Wert, Beziehungen, Einfluss – sodass wir ein Geschenk schon fast nicht mehr annehmen können.

Aber wie traurig ist das eigentlich? Wie traurig macht das den Schenker, wenn ihm etwas für sein Geschenk angeboten oder es gar abgelehnt wird?

Wer etwas schenkt, tut das, um anderen eine Freude zu machen – und damit auch sich selbst. Der Schenker freut sich mit an der Freude des Beschenkten. Wenn wir einem Geschenk durch Bezahlung oder Ablehnung seinen Geschenk-Status nehmen, berauben wir dadurch den Schenker seiner Freude.

Wenn du an Jesus glaubst, bist du frei davon, dich selbst erlösen zu müssen. Du hast das Geschenk der Gnade angenommen und kannst aufhören, dich abzustrampeln. Du musst dich nicht dafür fertig machen, dass du schon wieder gelogen, geklaut, gelästert, Gott verleugnet oder vergessen, Pornographie konsumiert, andere verurteilt oder [füge hier deine Sünde ein] hast.

Du kannst das, was du getan hast, nicht wiedergutmachen.
Aber du musst das, was du getan hast auch nicht wiedergutmachen.

[…] ich tilge deine Übertretungen um meinetwillen, und an deine Sünden will ich nie mehr gedenken! ~Jes 43,25

Gott vergibt dir deine Sünden um seinetwillen. Damit er trotz seiner Heiligkeit und deiner Fehlerhaftigkeit mit dir zusammen sein kann. Um dich an seiner Herrlichkeit teilhaben zu lassen.

Verurteile dich nicht, wo Gott dich schon freigesprochen hat. Er hat alles getan, damit du frei bist.

Noch einmal: Durch Gottes Gnade seid ihr gerettet, und zwar aufgrund des Glaubens. Ihr verdankt eure Rettung also nicht euch selbst; nein, sie ist Gottes Geschenk. ~ Epheser 2,8

Nimmst du dieses Geschenk an? Oder versuchst du dir deine Gnade zu verdienen?

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Ein Kommentar zu „Gnade kann man nicht verdienen

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