Sei gut zu dir selbst!

Augen deiner besten Freundin„Sei gut zu dir selbst!“ Das ist ein Satz, den ich dir heute für diese Woche – und eigentlich für immer mitgeben möchte. Vielleicht denkst du an dieser Stelle: „Waaas? Und du willst einen christlichen Blog schreiben? Das grenzt ja schon haarscharf an eine Aufforderung zum Egoismus!“ Falsch. Es geht hier um ein gesundes Verhältnis zu uns selbst.
Ich habe das Gefühl in vielen Gemeinden steht Egoismus, gleich hinter sexueller Unreinheit, ganz oben auf der Liste der „ganz schlimmen Sünden“.
„Du sollst deinen Nächsten lieben!“ „Du hast keine Rechte vor Gott!“ „Alles, was du tust soll Gott ehren, nicht dich!“ Das sind solche Sätze, die wir immer wieder mal in der einen oder anderen Form zu hören kriegen – oder vielleicht sogar selbst denken oder aussprechen.

Wenn es blöd läuft, geht das Ganze so weit, dass wir manchmal ein schlechtes Gewissen haben, wenn wir uns gemütlich mit einer Packung Chips vor den Fernseher setzen. Eigentlich könnte ich jetzt gerade Bibel lesen. Muss dieser Luxus jetzt sein? Es gibt Menschen, denen geht es schlechter als mir.
Vielleicht äußert sich dieses Denken auch darin, dass wir uns selbst fertig machen, wenn wir wieder und wieder an unsere Grenzen stoßen. Warum kann ich nicht besser/selbstloser/disziplinierter [füge hier „dein Problemadjektiv ein“] sein?

Ist das gerechtfertigt? Ist es das, was es heißt, Christ zu sein? Bedeutet es das, sich selbst zu verleugnen und sein Kreuz auf sich zu nehmen? Genuss zu verteufeln und emotionale Selbstkasteiung?
Welcher liebende Vater wünscht sich so ein Dasein für seine Kinder?
Diese Denkweise rührt meistens daher, dass wir Jesu Antwort auf die Frage nach dem wichtigsten Gebot im Kopf haben: Liebe Gott und liebe deinen Nächsten, wie dich selbst. Dabei übersehen wir aber, dass dieses Doppelgebot der Liebe eigentlich ein dreifaches Gebot der Liebe ist.

»Meister, welches ist das wichtigste Gebot im Gesetz?« Jesus antwortete: »›Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, mit ganzer Hingabe und mit deinem ganzen Verstand!‹ Dies ist das größte und wichtigste Gebot. Ein zweites ist ebenso wichtig: ›Liebe deine Mitmenschen wie dich selbst!‹ Mit diesen beiden Geboten ist alles gesagt, was das Gesetz und die Propheten fordern.« ~Matthäus 22,36-40

Wenn wir unsere Mitmenschen wie uns selbst lieben sollen, setzt das voraus, dass wir uns selbst auch lieben. Wir sollen unsere Mitmenschen wie uns selbst lieben, nicht mehr als uns selbst.

Was bedeutet das?

Es heißt, wir müssen lernen ein gesundes Maß an Liebe zu uns selbst zu entwickeln und zuzulassen.

Mit demselben Verständnis, mit dem wir eine Freundin wieder aufbauen, die sich eines Fehlers bewusst geworden ist, dürfen wir auch uns betrachten. Die gleiche Gnade, die wir ihr im Namen des Vaters zusprechen, dürfen wir auch für uns in Anspruch nehmen. Mit der Liebe, mit der wir unserer Schwester eine Pause zugestehen, in der sie wieder Kraft tanken kann, dürfen wir auch uns selbst erlauben, uns einen Moment der Ruhe zu gönnen.

Warum haben wir das Gefühl an uns einen viel höheren Maßstab anlegen zu müssen? Glauben wir, dadurch unser Standing bei Gott etwas aufpolieren zu können?
Das ist nicht nur unnötig, sondern auch unverantwortlich.
Wir haben Grenzen. Wir werden fallen. Wenn wir meinen, uns für jeden Sturz selbst zerfleischen zu müssen, haben wir etwas Zentrales an Gottes Gnade nicht verstanden. Unsere Schuld ist bereits bezahlt worden. Wir dürfen also aufstehen und weitergehen, in dem Wissen, trotz aller Schürfwunden und blauer Flecke eine geliebte Tochter Gottes zu sein.

Krone richten
Mit diesem Privileg geht auch eine Verantwortung einher:

Habt ihr denn vergessen, dass euer Körper ein Tempel des Heiligen Geistes ist? Der Geist, den Gott euch gegeben hat, wohnt in euch, und ihr gehört nicht mehr euch selbst. Gott hat euch als sein Eigentum erworben; denkt an den Preis, den er dafür gezahlt hat! Darum geht mit eurem Körper so um, dass es Gott Ehre macht! ~1.Korinther 6,19-20

Wir sind dazu aufgerufen, den Tempel Gottes in Stand zu halten. Das bedeutet wir sollen ihn pflegen. Wir sollen ihm Ruhe gönnen, wenn er Ruhe braucht. Wir sollen ihm Nahrung zufügen, wenn er Nahrung braucht. Anstatt Steine herauszubrechen, sind wir angewiesen, ihn aufzurichten, in aller Liebe und in Verantwortung vor Gott.

In diesem Sinne: Sei gut zu dir selbst!
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2 Kommentare zu „Sei gut zu dir selbst!

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