Der Geschichtenerzähler

GeschichtenerzählerIch liebe Geschichten. Lesen, schauen, selber schreiben. Geschichten über epische Helden und Kämpfer mit Leidenschaft. Eine Rettung in letzter Sekunde, ein Funken Glück der sich auf die richtige Seite der Waagschale wirft, ein Haufen Leidenschaft für ein Ziel. Diese Geschichten faszinieren mich, sie fesseln mich und sie begeistern mich. Sie können uns so sehr gefangen nehmen, dass wir unser Leben langweilig finden. Wir wollen nicht immer mit unseren Helden tauschen, aber nur etwas von ihnen haben um den faden Alltag zu würzen…

Wieso vergesse ich dabei nur so schnell den besten Geschichtenerzähler überhaupt? Die grandioseste Geschichte, die er jemals erzählt hat, handelt von einem König. Dieser König liebte sein Volk. Er war weise und gütig. Er lebte mitten unter seinem Volk. Er wollte ihnen auf Augenhöhe begegnen. Trotzdem stellte das Volk sich gegen ihn. Sie verwarfen ihn zugunsten eines anderen Königs, der ihnen versprach, dass es ihnen unter seiner Herrschaft noch besser gehen würde. Er würde ihnen Macht geben und jeden einzelnen Bewohner des Volkes zu einem König machen. Jeder einzelne des Volkes war so begeistert von dem Gedanken selbst herrschen zu können, dass niemand sah, dass kein Königreich existieren kann, indem jeder ein König ist und alle Gewalt hat. Aber das Volk war geblendet und merkte nicht, dass es sich dadurch selbst zugrunde richtete. Und damit nicht genug: Das Volk lud Schuld auf sich – und die Regeln des Reiches wollten es so, dass Schuld nur mit Blut gesühnt werden kann. Der gute König musste seinem Volk zuschauen, wie es sich selbst zerstörte und was er sah, tat ihm sehr weh. Er litt mit seinem Volk und suchte nach einem Weg, sie aus diesem Unglück zu befreien. Wie könnte er seinem Volk nur deutlich machen, dass er es gut mit ihm meinte? Dass seine Regeln ihrem eigenen Schutz dienten? Dass Kraft in der Einheit lag? Er beratschlagte sich mit seinem Sohn und seinem besten Berater. Es ist nicht mehr bekannt, wessen Idee genau es war, aber die drei fassten einen Plan: Sie wollten dem Volk ihre Liebe beweisen, indem sie seine Blutschuld auf sich nahmen. Der Königssohn selbst hatte sich dazu bereit erklärt von seinem Thron herabzusteigen und – obwohl er unschuldig war – die Schuld des Volkes mit seinem eigenen Blut zu bezahlen. Ein Opfer aus Liebe, um das Volk vor sich selbst zu retten. Der Königssohn stand zu seinem Wort. Er begab sich unter das Volk und ließ sich von ihnen hinrichten. Er gab sein Leben freiwillig, um das von ihm geliebte Volk wieder mit dem guten König zu versöhnen…

Wie reagiert das Volk auf dieses bewegende Opfer?

In einem Märchen würde es jetzt heißen:
Als der Königssohn starb, begriff das Volk, dass der neue König, der ihnen so viel versprochen hatte, es nie so gut mit ihnen meinen würde, wie der alte König. Wie der König, der seinen eigenen Sohn für sie hergegeben hatte. Sie wandten sich von ihrem jetzigen König ab, stürmten den Palast des alten Königs und baten ihn, wieder über sie zu regieren. Und sie lebten glücklich bis an das Ende aller Tage…

Wie können wir mitlachen, mitleiden und mitfiebern mit Katniss Everdeen, Driss und Philippe, Jack und Rose, aber diese Geschichte lässt uns kalt? Wo ist unsere Leidenschaft, wenn wir an der besten Geschichte der Welt teilhaben können? Wo bleibt unsere Initiative?
Wie kann es sein, dass ein Königssohn sein Leben für uns lässt und wir noch überlegen, ob er es wirklich wert ist, das Zepter aus der Hand zu geben?
Wie kommen wir dazu, uns vor diesen König zu stellen und zu sagen: „Bitte sei mein König, aber lass mir doch diese kleine Grafschaft im Süden, über die ich weiter alleine herrschen kann.“
Wieso treten wir in Verhandlungen, anstatt alles zu geben, für den, der bereits alles für uns gegeben hat?

Ich weiß nicht, welche Grafschaften und Bezirke du noch festhältst. Vielleicht ist es deine Freizeit, über die du weiter selbst bestimmen möchtest. Vielleicht hältst du auch Wut oder Verletzungen fest, statt sie dem guten König zu übergeben. Vielleicht ist es eine Beziehung oder der Wunsch nach einem Partner, den du Gott nicht anvertrauen möchtest.

Heute möchte ich uns herausfordern, nicht weiter nur Zuschauer zu sein. Lasst uns die Geschichte weiterschreiben, die Gott mit uns begonnen hat!

Ich habe euch vor Augen geführt, Geschwister, wie groß Gottes Erbarmen ist. Die einzige angemessene Antwort darauf ist die, dass ihr euch mit eurem ganzen Leben Gott zur Verfügung stellt und euch ihm als ein lebendiges und heiliges Opfer darbringt, an dem er Freude hat. Das ist der wahre Gottesdienst, und dazu fordere ich euch auf. ~Römer 12,1

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