Gottesbeziehung auf dem Prüfstand

Liebesbeziehung Gott

Neues Jahr. Neuer Anfang, neue Chancen, neue Vorsätze. Alles neu. Gute Vorsätze zum Jahresanfang gibt es bei mir ehrlich gesagt schon lange nicht mehr. Dafür aber neue Ideen. Projektideen, Dienstbereiche, die ich gerne ins Leben rufen möchte. Dass die auf den Jahresanfang fallen, ist wahrscheinlich eher Zufall. Aber egal ob guter Vorsatz oder neues Projekt, es gibt ein Prinzip, ohne das es nicht funktionieren wird – oder zumindest nicht so gut, wie es könnte.

Ich weiß nicht ob bzw. in welchen Diensten du stehst. Ich weiß auch nicht, wie deine Beziehung mit Gott aussieht. Aber ich habe im letzten Jahr gelernt, dass diese zwei Dinge sehr eng miteinander verknüpft sind. Vielleicht denkst du dir jetzt ‚Ist doch logisch! Schön, dass du auch auf den Trichter gekommen bist!‘, aber lies erst weiter.

Natürlich war mir die Notwendigkeit meiner Beziehung zu Gott für meinen Dienst schon vorher klar. Allerdings hab ich irgendwann festgestellt, dass es zu Verschiebungen gekommen ist. Erst ganz leicht, dann immer mehr. Verschiebungen, die auf den ersten Blick nicht zu erkennen waren. Von mir nicht und von Außenstehenden noch weniger. Ich habe meine Beziehung zu Gott gelebt, habe in der Bibel gelesen, gebetet, Lobpreis gemacht, bin in den Gottesdienst gegangen. Mir war Gott die ganze Zeit über wichtig. Ich wusste, dass ich ihn brauchte – und genau da lag das Problem.

Meine Beziehung zu Gott hat sich von einer aufrichtigen Liebesbeziehung zu einer Arbeitsbeziehung verschoben. Ich wusste, dass ich ihn brauchte, bei jedem Artikel, den ich schrieb, bei jedem Input oder Lobpreis, den ich vorbereitete. Ich wusste, dass ich nur von ihm die Weisheit und die Kraft bekommen konnte, um meinen Aufgaben nachzukommen. Deswegen verbrachte ich Zeit in seiner Gegenwart.

Vielleicht klingt das alles für den einen oder anderen gar nicht so falsch. Genau das ist es auch, was es so schwer macht, diese Verschiebung zu erkennen. Aber wenn wir einen Moment darüber nachdenken, fällt uns vielleicht die Fadenscheinigkeit einer solchen Beziehung auf. Kommen wir zu Gott, weil wir ohne ihn unseren Dienst nicht tun können, oder kommen wir zu Gott, weil wir ihn lieben? Kann sein, dass dir das wie Haarspalterei vorkommt, aber ich glaube, das ist es nicht. Wenn wir zu Gott kommen, weil wir ohne ihn unseren Dienst nicht tun können, handelt es sich in erster Linie um eine Arbeitsbeziehung. Vielleicht eine Arbeitsbeziehung zu jemanden, den wir gerne mögen und für unglaublich kompetent halten, aber es ist und bleibt eine Arbeitsbeziehung. Kommen wir zu Gott, weil wir in lieben, weil er uns wichtig ist, weil wir Zeit mit ihm verbringen möchten, sieht das ganz anders aus. Glauben wir, Gott ist für uns gestorben, um mit uns eine Arbeitsbeziehung zu führen?

Vielleicht weißt du trotzdem nicht, warum du diese Verschiebung korrigieren solltest. Du machst ja deinen Dienst. Ganz einfach: Es wird dir besser gehen. Es wird deiner Seele gut tun. Ich schätze die meisten von uns haben sich schonmal mit Arbeitskollegen oder Kommilitonen außerhalb der Uni oder der Arbeit getroffen. Worüber habt ihr da geredet? Ging es nur um die Arbeit? Was ist noch zu tun, wie kann das angegangen werden blabla. Sind das Gespräche bei denen du wirklich aufgetankt hast? Bei denen du entspannen konntest? Nach denen du mit frohem Herzen weitergegangen bist? Ich muss die Frage für mich mit einem klaren Nein beantworten. Diese Gespräche geben keine Kraft, sie zehren an den Nerven. Sie laugen aus. Vielleicht steht am Ende eine Lösung, das ist gut. Aber trotzdem bin ich danach oft kaputt und brauche erstmal eine Pause. Wir können nicht nur Arbeitsbeziehungen führen. Wir brauchen Beziehungen, die uns Kraft schenken und sollten uns Zeit nehmen, sie zu pflegen. Und vor allem die Beziehung, die das größte Potential hat uns aufzubauen, uns Freude, Kraft und Mut zu schenken – unsere Beziehung zu unserem Schöpfer.

Eines habe ich vom Herrn erbeten, das ist mein tiefster Wunsch: alle Tage meines Lebens im Haus des Herrn zu wohnen, um die Freundlichkeit des Herrn zu sehen und über ihn nachzudenken, dort in seinem Heiligtum. ~Psalm27,4

Nur, wenn wir mit dieser ehrlichen und aufrichtigen Sehnsucht zu Gott kommen, um seinetwillen, nur dann sind wir wirklich in der Lage die Dinge zu tun, zu denen Gott uns berufen hat.
Wenn wir das nicht tun, geht nicht sofort alles in die Brüche. Es wird nicht alles einstürzen, denn Gott ist gnädig. Aber wir werden uns mehr abstrampeln, als nötig wäre. Nimm Gott mit in deine Dienste, Projekte, Aufgaben und Prüfungen hinein. Als Mitarbeiter, der dir hilft, aber vor allem als Freund, bei dem du neue Kraft bekommen kannst. Nimm dir Zeit nur für ihn. Zeit, in der du nicht mit ihm über die Arbeit sprichst.

Wie sieht deine Beziehung zu Gott gerade aus? Führt ihr eine Liebesbeziehung? Oder eher eine Arbeitsbeziehung? Lasst uns Gott suchen für den, der er ist, nicht damit unser Dienst gut läuft!
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