Leben im Nebel

Leben im NebelZu dieser Jahreszeit sieht man ihn häufiger. Er schleicht durch das Dunkel der Nacht, er späht durch unsere Fenster. Leise zieht er um unsere Häuser. Der Nebel. Außer bei ein paar wenigen, ist er nicht gern gesehen und obwohl ich mich zu den Menschen zähle, die mit unserem wabernden Freund sympathisieren, gibt es eine Situation, in der auch ich dem Nebel lieber aus der Ferne winke: Beim Autofahren. Man sieht wenig bis nichts, muss gegebenenfalls langsamer fahren und hofft immer, dass man das richtige Abfahrtsschild oder ein Reh auf der Straße nicht übersieht. Nicht cool. Aber ich glaube, es gibt etwas, was wir von keinem besser lernen könnten, als vom Nebel höchstpersönlich und das in seiner diesigsten, grausten und undurchdringlichsten Form. Und weil wir diese Lektion nicht gerne lernen, mögen wir auch den Nebel oft nicht.

Nebel zwingt uns dazu, langsam zu machen. Wir sehen nur, was direkt vor uns liegt. Unser vorausschauendes Fahren, wie wir es in der Fahrschule gelernt haben, können wir getrost an den Nagel hängen. Wir können nicht weit sehen, planen. Wir können nur auf das reagieren, was direkt vor uns liegt. Uns nur auf das einstellen, was wir gerade sehen. Und das passt uns nicht.

Wir wüssten gerne mehr. Wüssten gerne, was auf uns zukommt. Würden uns gerne auf das vorbereiten, was kommt. Jetzt schon darauf reagieren, was in 200m ist. Das gibt uns ein Gefühl von Kontrolle. Von Sicherheit. Die Sicherheit, mit der wir selbstbewusst und mit 130km/h durch’s Leben rauschen können.

Vielleicht ist dir aufgefallen, dass ich längst nicht mehr nur noch vom Autofahren rede. Das, was wir beim Autofahren im Kleinen feststellen, werden wir auch entdecken, wenn wir uns unser Leben anschauen. Wir wissen gerne, wie es weitergeht, was als nächstes auf uns zukommt. Dann glauben wir, die Kontrolle zu haben.

Aber wie beim Autofahren, zieht auch in unserem Leben manchmal Nebel auf. Dann wissen wir auf einmal nicht, was kommt. Dann wissen wir nicht, was wir studieren werden. Wir wissen nicht, in welche Stadt uns unser Beruf oder unsere Berufung verschlägt. Wir können noch nicht sehen, wie sich die nächsten drei Kreuzungen entwickeln werden. Und dann? Was ist dann mit unserer Kontrolle?

Dein Wort ist eine Leuchte für meinen Fuß und ein Licht auf meinem Weg. ~Psalm 119,105

Ich glaube, Gott fordert uns in bestimmten Zeiten auf durch den Nebel zu gehen. Er mutet es uns zu, dass wir nicht wissen, wie genau es weitergehen wird. Aber er ist die Leuchte, die uns genug Licht für den nächsten Schritt spendet. Und den nächsten. Und den danach. Ich weiß, es ist hart, aber habe keine Angst vor dem was kommt. Einer hat die Kontrolle und er wird dich immer wissen lassen, was der nächste Schritt ist.

Sie [die tugendhafte Frau] strahlt Kraft und Würde aus, und sie lacht und hat keine Angst vor dem kommenden Tag. ~Sprüche 31,25

Wenn es um dich herum gerade neblig ist, dann schalte einen Gang zurück. Konzentriere dich auf das, was vor dir liegt und vertraue darauf, dass Gott immer an deiner Seite ist, um dir zu zeigen, was als nächstes kommt.

Lasst uns an seiner Seite durch den Nebel gehen. Schritt für Schritt für Schritt…
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