Der Sabbat und der Zeitdruck

SabbatDer Sabbat. Eines dieser ominösen biblischen Prinzipien, die nicht in die heutige geschäftige, turbulente Zeit zu passen scheinen. Keine freie Zeit zu haben ist ein Statussymbol; immer beschäftigt zu sein, bedeutet wichtig zu sein. Klar, dass da der Sabbat nicht immer gut weg kommt. Einen ganzen Tag blau machen? Aber wir haben doch noch so viel zu tun!

Ich habe mir irgendwann angewöhnt am Sonntag nichts zu arbeiten. Die Unisachen einfach mal liegen zu lassen und nach dem Gottesdienst den ganzen Tag nichts tun. Zumindest nichts, worauf ich keine Lust habe. Jetzt ist Prüfungszeit und ich stelle leider fest, ich hab den Sabbat als Ausrede genommen, nichts für die Uni machen zu müssen. Einen Tag nicht daran denken, einen Tag prokrastinieren. Wie viel es einem tatsächlich um den Sabbat selbst geht, merkt man dann, wenn es eng wird. Dann, wenn die Deadline näher rückt. Dann, wenn man genau weiß, dass jede Minute zählt.

Bei mir (und ich glaube bei vielen Studenten ist das nicht anders) stellt die Prüfungszeit mein Sabbatverständnis auf die Probe. Schweiß bricht aus, wenn man nur daran denkt, wann die Prüfungen beginnen. Ein Gefühl der Ohnmacht stellt sich ein, wenn man bedenkt, wie viel bis dahin noch zu tun ist. Unmöglich das zu schaffen. Und dann noch einen Tag, wertvolle 24 Stunden, verschenken? Kann ich die Prüfung dann nicht schon gleich wieder abmelden?

Wenn ich an die vor mir liegenden Prüfungen denke, bin ich manchmal wie gelähmt. Ich grübele und erstelle einen Plan nach dem anderen. Zwischenziele, bis wann was geschafft sein muss, damit ich am Ende bei 0 rauskomme. Immer wieder werden sie umgeworfen. Eine Prüfung findet 4 Wochen vorher als gedacht statt. Eine Woche vor der Prüfung soll eine Gliederung abgegeben werden. Der Reader ist doch umfangreicher, als gedacht… Und jedes Mal überfällt mich der Gedanke: es kann unmöglich klappen, diese Prüfungen mit mehr als einer 4,0 zu bestehen.

Und dann? Ein Lichtstrahl bahnt sich seinen Weg durch Angst und Verzweiflung:

Wer von euch kann dadurch, dass er sich Sorgen macht, sein Leben auch nur um eine einzige Stunde verlängern? […] Macht euch also keine Sorgen! Fragt nicht: Was sollen wir essen? Was sollen wir trinken? Was sollen wir anziehen? Denn um diese Dinge geht es den Heiden, die Gott nicht kennen. Euer Vater im Himmel aber weiß, dass ihr das alles braucht. Es soll euch zuerst um Gottes Reich und Gottes Gerechtigkeit gehen, dann wird euch das Übrige alles dazugegeben. ~Matthäus 6,27.31-33

Zugegeben, diese Bibelstelle steht im Kontext der Liebe zum Geld, aber ich glaube, sie ist hier genauso wahr. Hat es mir nur einmal mehr Zeit zum Lernen verschafft, dass ich mir Sorgen mache? Wer hat nur einmal Aufschub bekommen, weil er Angst hatte, die Deadline nicht zu schaffen?
Gott weiß, was wir brauchen! Gott weiß, wie viel Zeit du zum Lernen brauchst. Gott weiß, wie viel Zeit du noch brauchst, bis dein Projekt tatsächlich abgabebereit ist. Gott weiß es. Und Gott verspricht uns, was wir brauchen, wenn wir uns zuerst nach seinem Reich und seiner Gerechtigkeit richten. Das betrifft auch das Einhalten seiner Gebote. Auch das Einhalten, des Sabbatgebots. Auch unter Zeitdruck.

Denk an den Sabbat und heilige ihn. Sechs Tage in der Woche sollst du arbeiten und deinen alltäglichen Pflichten nachkommen, der siebte Tag aber ist ein Ruhetag für den Herrn, deinen Gott. An diesem Tag darf kein Angehöriger deines Hauses irgendeine Arbeit erledigen. Das gilt für dich, deine Söhne und Töchter, deine Sklaven und Sklavinnen, dein Vieh und für alle Ausländer, die bei dir wohnen. Denn in sechs Tagen hat der Herr den Himmel, die Erde, das Meer und alles, was darin und darauf ist, erschaffen; aber am siebten Tag hat er geruht. Deshalb hat der Herr den Sabbat gesegnet und für heilig erklärt. ~Exodus 20,8-11

Das Sabbatgebot gilt immer. Besonders dann, wenn wir viel zu tun haben. Er hat ihn gesegnet und für heilig erklärt. Ich glaube, das bedeutet, dass wir den Sabbat genießen dürfen. Ohne Angst, dass die Zeit nicht reicht. Gott wird uns alles Übrige dazugeben. Vielleicht bekommen wir keinen Aufschub, aber Gott wird es möglich machen, die Deadline einzuhalten.

Ich möchte uns herausfordern, Gott ernst zu nehmen. Ihn auf die Probe zu stellen. Lasst und den Sabbat heiligen. Lasst uns einen Tag der Woche alle Arbeit ruhen lassen und vertrauen, dass Gott uns das nicht schaden lassen wird!
Ich will den Sabbat heiligen.
Wie sieht es mit deinem Sabbat aus?
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Ein Kommentar zu „Der Sabbat und der Zeitdruck

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