Entgiftung

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Eigentlich hatte ich nicht vor zu fasten. Genaugenommen war mir nicht mal bewusst, dass die Fastenzeit jetzt anfing. Aber so spielt das Leben manchmal. Ein Gespräch mit meiner Mitbewohnerin in der Küche und schon faste ich. Fasten wir. Zusammen, weil es das hoffentlich leichter macht. Und was fasten wir? Ehrlich gesagt, habe ich das anfangs zusammengefasst mit „alles, was Spaß macht“. Inzwischen würde ich es anders definieren. „Alles, was mir meine viel zu wertvolle Zeit raubt.“ Und was gehört in diese Kategorie? Alles Unproduktive. Von Pinterest über Computerspiele zu Serien. Warum genau das? Weil ich gestehen muss, dass das die Dinge sind, bei denen ich oft restlos „versacke“. Einmal angefangen und nie mehr aufgehört. „Zur Entspannung“, ist die Erklärung, aber entspannt fühle ich mich danach nicht. Oft ist das Gegenteil der Fall. Weil ich mich nicht mehr losreißen konnte, bin ich erst Recht gestresst. Es gibt schließlich noch Dinge, die erledigt werden müssen… Ich habe meine Mitbewohnerin gefragt, was uns dann noch bleibt. Wir könnten ja schließlich nicht nur schlafen, essen, Stille Zeit machen und uns mal mit Leuten treffen. Das klang irgendwie nicht besonders verlockend und ich hatte ehrlich gesagt etwas Angst, dass ich mich bei diesem Gedanken unheilig fühlen müsste.

Christ zu sein, heißt nicht, dass man keine Freizeit mehr haben darf, keine Zeit für sich. Im Gegenteil, wir sind aufgerufen uns um unseren Körper, unsere Seele und unseren Geist zu kümmern. Aber wie gut kümmere ich mich wirklich um meine Seele, wenn ich mich stundenlang durch Serien berieseln lasse? Wann hast du das letzte mal eine Serie geschaut und warst danach erfüllt? Hast dich gestärkt und entspannt gefühlt? Wenn das so ist ok, aber bei mir ist das meistens nicht so.

In einer Zeit, in der es cool ist, Serien zu suchten, habe ich ein Problem damit – weil ich den „Ausknopf“ nicht mehr finde. Herzlichen Glückwunsch abc studios und Co., eure Cliffhanger erfüllen ihren Zweck. Deswegen faste ich jetzt. Sinnlose Freizeitbeschäftigungen.

Stattdessen möchte ich meine dadurch gewonnene freie Zeit gezielter einsetzen. Kreativ sein. Malen. Gitarre spielen. Sport machen. Lesen. Alles, was ich gerne gemacht habe, bevor Pinterest und Amazon Prime meine Freizeit invadiert haben.

Ich möchte mich nicht nur berieseln lassen und vor mich hinvegetieren. Ich glaube Gott hat uns Gaben geschenkt und wir sind geneigt sie abzutöten, weil wir sie nicht ausleben. Weil wir stattdessen eine Folge Prison Break schauen. Weil wir unsere Zeit mit sinnloser „Entspannung“ verplempern. Versteht mich nicht falsch. Ich bin nicht gegen Entspannung, aber ich denke, wenn wir uns entspannen, sollten wir uns danach auch so fühlen: gestärkt, aufgebaut, mit neuer Energie versorgt.

Es ist wie bei einem Mann, der vorhatte, in ein anderes Land zu reisen. Er rief seine Diener zu sich und vertraute ihnen sein Vermögen an. Einem gab er fünf Talente, einem anderen zwei und wieder einem anderen eines – jedem seinen Fähigkeiten entsprechend. Dann reiste er ab. Der Diener, der fünf Talente bekommen hatte, begann sofort, mit dem Geld zu arbeiten, und gewann fünf weitere dazu. Ebenso gewann der, der zwei Talente bekommen hatte, zwei weitere dazu. Der aber, der nur ein Talent bekommen hatte, grub ein Loch in die Erde und versteckte das Geld seines Herrn. ~Matthäus 25,14-18

Das Gleichnis hat wohl jeder schonmal gehört. Mir geht es heute gar nicht so sehr um das Ende und die Belohnungen bzw. die Bestrafung. Mir ist die Tatsache neu bewusst geworden, dass jeder der drei Diener eine bestimmte Anlage bekommen hatte. Sie alle hatten die Möglichkeit etwas zu erwirtschaften. Keiner musste mit leeren Händen anfangen. Sie alle hatten ein Startkapital. Zwei haben es genutzt, einer nicht.

Ich glaube jede von uns hat ein Startkapital. Gaben und Fähigkeiten. Stärken, die in dieser Kombination nur uns eigen sind. Wie traurig ist es, wenn wir sie nicht nutzen. Sie einfach verkümmern lassen.

In dir steckt so viel Potential! Vergeude deine Zeit nicht mit irgendwelchen Zeitfressern, sondern nutze sie – um wirklich zu entspannen, sodass du dich danach erholt fühlst, oder um deinen Leidenschaften nachzugehen, denn das sind zu einer großen Wahrscheinlichkeit auch deine Talente, die es sich lohnt zu schulen und einzusetzen.

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