Mein Leben für deins

billige Gnade

Letzte Woche habe ich darüber geschrieben die Götzen in unseren Leben zu entthronen. Heute möchte ich das Thema noch etwas vertiefen bzw. auf die Konsequenzen eingehen, die dieses entthronen mit sich bringt. Ich glaube nämlich, dass die uns oft gar nicht so bewusst sind.
Lauthals singen wir im Gottesdienst die Lieder mit:

„I surrender all to you, all to you”
Mein ganzes Leben geb ich dir, geb ich dir.”

Aber geben wir ihm wirklich unser ganzes Leben? Halten wir wirklich nichts mehr zurück? Was bedeutet es, wirklich unser ganzes Leben von jemand anderem bestimmen zu lassen?

Das klingt auf einmal gar nicht mehr so, wie etwas, das wir singen möchten. Unser Leben von jemand anderem bestimmen zu lassen. Nicht mehr selbst Herr darüber zu sein. Unter dem Willen von jemand anderem zu stehen.

Worauf haben wir uns da eigentlich eingelassen, als wir Christ geworden sind?

In unserem zivilisiertem, friedlichem Leben vergessen wir oft, was es heißt, Christ zu sein. Hier in unserer westlichen Welt bedeutet Christsein etwas vollkommen anderes, als für die Menschen in China, in Korea oder anderen Ländern, in denen Christen verfolgt werden. Im Gegensatz zu Menschen, die sich, indem sie sich für Jesus entscheiden, gegen ihre Familie stellen, die sich das Leben durch diese Entscheidung bewusst schwerer machen, kostet uns unser Glaube nichts. Im Gegensatz dazu fordert unser Glaube von uns nicht viel. Vielleicht ein paar üble Blicke auszuhalten, einen abwertenden Kommentar einstecken zu müssen, aber was ist das schon?

Aber was bedeutet Christsein? Bedeutet es, dass wir erst verfolgt werden müssen, bevor wir „richtige“ Christen sind?

Nein. Zum Glück tut es das nicht.

Paulus schreibt uns, dass das Fundament des Christentums Christus ist (1.Korinther 3,11). Wenn wir zu Christus gehören, dürfen wir uns als Christen bezeichnen. Dafür müssen wir nicht erst verfolgt werden.

Trotzdem habe ich das Gefühl, dass wir bequem werden. Es kostet uns nichts, wieso sollten wir dann etwas investieren?
Ich war letzte Woche mit meiner Mitbewohnerin neue Inliner für sie kaufen. Wir standen vor dem Regal und dann die überraschende Feststellung: die Teureren sind einfach bequemer, drücken nicht und wären eigentlich die erste Wahl – wenn sie nicht so viel kosten würden. Im Rahmen dieser Überlegungen fiel auf einmal folgender Satz (sinngemäß): „Wenn ich mehr dafür bezahlt habe, bin ich vielleicht auch motivierter zu fahren!“
Wer hat einen ähnlichen Gedankengang noch nicht gehabt? Wie viele Menschen melden sich im Fitnessstudio an mit dem Argument „Wenn ich eh dafür bezahle, soll es sich wenigstens lohnen.“

Sobald wir Menschen für etwas bezahlen müssen, sobald es uns etwas kostet, sind wir, wie durch ein Wunder, eher bereit uns in diese Sache zu investieren.

Unser Problem liegt also hier: Jeder kann Christ werden. Wir müssen gar nichts dafür tun, außer Gott zu sagen, dass wir gerne zum Club gehören würden. Mehr erwartet er nicht. Es kostet uns nichts.

Aber es war nicht billig, dass wir zu Gott gehören können. Es kostet uns nichts, aber Jesus hat es alles gekostet. Es war nicht billig. Jemand hat dafür mit seinem Leben bezahlt. Und das ist der Grund, weshalb wir diese Lieder singen: Mein ganzes Leben geb ich dir.

Denn die Gnade Gottes, die allen Menschen Rettung bringt, ist sichtbar geworden. Sie bringt uns dazu, dem Leben ohne Gott und allen sündigen Leidenschaften den Rücken zu kehren. Jetzt, in dieser Welt sollen wir besonnen, gerecht und voller Hingabe an Gott leben. Denn wir warten auf das wunderbare Ereignis, wenn die Herrlichkeit des großen Gottes und unseres Erlösers, Jesus Christus, erscheinen wird. Er gab sein Leben, um uns von aller Schuld zu befreien und zu reinigen und uns zu seinem eigenen Volk zu machen, das bemüht ist, Gutes zu tun. ~Titus 2,11-14

Wenn wir verstehen, was das Kreuz gekostet hat, werden wir nicht mehr leichtfertig diese Lieder singen, sondern wir kehren wirklich jedem Götzen den Rücken zu – dem größten von ihnen: unsere Bequemlichkeit und Sicherheit.

Lasst uns bereit sein, zu tun, was Gott uns aufträgt. Statt zu diskutieren und zu argumentieren, lasst uns tun, wozu er uns ruft. Es hat ihn alles gekostet, wieso sind wir dann nicht bereit, es uns auch etwas kosten zu lassen?

Ich weiß nicht, wozu Gott dich in letzter Zeit aufgefordert hat. Ich weiß nicht, ob du gefolgt bist, oder seine Weisung wegargumentiert hast. Von mir selbst kenne ich beide Seiten. Aber ich möchte heute neu den Entschluss fassen, dass mich mein Glaube etwas kosten darf und ich bete, dass Gott dir und mir immer wieder vor Augen führt, was es ihn gekostet hat und er uns durch seine Gnade verändert und befähigt.

Was hat dich dein Glaube schon gekostet? In welchen Situationen standst du vor der Entscheidung, es dich etwas kosten zu lassen? Wie bist du damit umgegangen? Wenn du möchtest schreib uns in den Kommentaren und lasse uns daran teilhaben!

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