Was tun mit unserer Freiheit?

freiheit

Doch jetzt sind wir vom Gesetz befreit, denn wir sind mit Christus gestorben und der Macht des Gesetzes nicht länger unterstellt. Deshalb können wir Gott von nun an in einer neuen Weise dienen – nicht wie früher durch Einhaltung jedes einzelnen Buchstabens des Gesetzes, sondern durch den Heiligen Geist. ~Römer 7,6

Halleluja, wir stehen nicht mehr unter dem Joch des Gesetzes!

Aber wenn ich ehrlich bin, ist mir manchmal gar nicht so zum Jubeln zumute, wenn mir bewusst wird, was das heißt.

Freiheit ist in unserer heutigen Gesellschaft ein extrem hoch geachteter Wert. „Mach, was du willst, solange du andere nicht in ihrer Freiheit einschränkst.“ Freiheit, Individualität, das alles.

Aber wie können wir diese Freiheit leben, wenn wir eigentlich ein Leben leben wollen, das Gott gefällt?

Klar, eine erste spontane Antwort könnte so aussehen: „Ich nutze meine Freiheit, um so zu leben, wie es Gott gefällt. Ich darf alles, aber ich muss ja nicht alles tun.“

Okay. Aber was ist, wenn wir gar nicht wissen, was Gottes Wille ist? Was, wenn der Heilige Geist schweigt?

Mein Studium neigt sich dem Ende zu. Ich mache mir Gedanken, wie es danach weiter gehen soll. Es gibt Unmengen an Möglichkeiten, aber welche ist jetzt die Richtige?

Gott, was ist dein Wille? Wo soll es jetzt hingehen? – Nichts. Nada. Niente. Und jetzt?

Kann es sein, dass wir manchmal mit Gottes Freiheit überfordert sind? Wir wollen Gottes Willen tun, wollen seinen Weg für unser Leben gehen, aber wir kennen ihn nicht? Wir haben Angst uns falsch zu entscheiden, uns gegen Gott zu entscheiden, nur weil unser geistliches Navi nicht eindeutig ist. Wir wollen doch nur direkt in unsere Bestimmung laufen und keine Fehler machen, die Gott hinterher wieder ausbügeln muss!

In dieser Zeit des Nachdenkens und Fragens habe ich mir mehr als einmal klare Regeln gewünscht. Regeln, die mir sagen, was ich zu tun habe. Regeln, die mir sagen, was richtig und was falsch ist. Regeln, die mir eine eindeutige Antwort geben. Regeln, die mich davor bewahren, etwas Falsches zu tun.

Auf einmal habe ich verstanden, warum die Israeliten ihr Gesetz damals so ausgeschmückt haben; wie zu jedem Gebot zig Untergebote entstanden sind, und warum diese Gesetzesschriften so wichtig waren. Der ursprüngliche Antrieb lag darin, Gott gefallen zu wollen, genau seinem Willen zu entsprechen – nur wie?

Regeln und Gesetze geben uns jedoch nicht nur einen Rahmen für Richtig und Falsch, sie entbinden uns auch von Verantwortung. Wenn Gott in der Bibel gesagt hätte: „Nach dem Lehramtsstudium beginne man ohne Verzögerung als Lehrer zu arbeiten“, stünde ich jetzt nicht vor der Qual der Wahl. „Ausland und wenn ja wohin“, wäre überhaupt keine Debatte. Ich würde mit dem Referendariat anfangen. Und wenn etwas schief geht? Wenn irgendetwas nicht funktioniert, wie ich es mir vorgestellt habe? Dann ist Gott Schuld, weil Er schließlich gesagt hat, nach dem Studium soll ich sofort mit dem Vorbereitungsdienst anfangen. Er ist Schuld, weil Er mir den falschen Weg gesagt hat. Nicht ich. Ich habe ja nur gemacht, was man mir gesagt hat… kommt das irgendjemandem bekannt vor?

Neben „Davon habe ich nichts gewusst!“ ist das einer der häufigeren Sätze, die wir aus dem Mund von Kriegsverbrechern hören.

Aber das ist nicht das, was Gott von uns möchte. Er hat uns einen freien Willen und einen Verstand gegeben. Er traut uns zu, eigene Entscheidungen zu treffen und mutet uns zu, die Verantwortung dafür zu tragen – weil wir in seinem Ebenbild geschaffen sind. Das bedeutet, dass wir nicht nur Marionetten sind, sondern, dass wir in unserem Wesen, in unserer Entscheidungsfreiheit Gott ähnlich sind.

Wenn mir so viele Wege offen stehen und ich in Panik verfalle, weil ich nicht weiß, welcher Weg der richtige ist, muss ich mir eins in Erinnerung rufen:

Gott ist gut und Gott ist mit mir.

Egal, für welchen Weg ich mich entscheide – Gott wird mich nicht verstoßen. In vielen Situationen gibt es gar nicht nur einen richtigen Weg. Es ist wie bei einem Volleyballspiel. Als Spieler kenne ich die Regeln und innerhalb dieser Regeln darf ich mich frei bewegen. Es gibt verschiedene Optionen. Ich kann entscheiden, ob ich in die hintere Ecke spiele oder kurz hinters Netz. Der Trainer traut mir zu, diese Entscheidung selbst zu treffen.

Mit der Bibel hat Gott uns das Regelheft für dieses Leben gegeben. Wir wissen, was er über bestimmte Dinge denkt. In diesem Rahmen sind wir frei zu handeln.

Und wenn er einmal wirklich einen anderen Plan für uns hat, als wir anstreben, wenn er, ohne vorher seinen Willen deutlich offenbart zu haben, anderer Meinung ist, als wir, dann dürfen wir darauf vertrauen, dass er uns nicht ins Leere laufen lässt:

 Danach reisten Paulus und Silas durch das Gebiet von Phrygien und Galatien, weil der Heilige Geist ihnen untersagt hatte, in die Provinz Asien zu gehen. Als sie dann ins Grenzgebiet von Mysien gelangten, wollten sie weiter in die Provinz Bithynien, doch auch das ließ der Heilige Geist nicht zu. Also zogen sie durch Mysien in die Stadt Troas. In der folgenden Nacht hatte Paulus eine Vision. Er sah einen Mann aus Mazedonien im Norden Griechenlands, der ihn bat: »Komm herüber und hilf uns.« Da beschlossen wir, sofort nach Mazedonien abzureisen. Wir waren sicher, dass Gott uns rief, auch dort seine Botschaft zu verkünden. ~Apostelgeschichte 16,6-10

Wenn wir uns in Bewegung setzen mit dem Wunsch Gottes Wege zu gehen, wird er uns lenken.

Lass den Herrn deinen Weg bestimmen, vertrau auf ihn, und er wird handeln. ~Psalm 37,5

 Lasst uns im Vertrauen auf Gott losgehen. Er wird uns nicht in die falsche Richtung rennen lassen!
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2 Kommentare zu „Was tun mit unserer Freiheit?

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