Der Samstag vor Ostern

samstag vor oster

Da es thematisch besser passt, kommt der heutige Artikel schon zwei Tage vorher. Am Montag gibt es dafür eine andere Überraschung ;)

Gestern war Karfreitag. Der Tod Jesu. Morgen ist Ostern. Über die Gefangennahme und Kreuzigung Jesu wissen wir einiges. Auch über die Auferstehung finden wir in jedem der Evangelien einen Bericht. Aber was ist mit dem Tag dazwischen? Was ist mit dem Samstag? Keines der Evangelien gibt uns Aufschluss darüber, was zwischen Grablegung und Auferstehung Jesu geschehen ist.

Ich glaube, das fällt uns heute oft gar nicht auf. Der Freitag und der Sonntag sind ja auch die beiden wichtigen Tage. Tod und Auferstehung. Das Evangelium an zwei Tagen. Wir wissen, wie es ausgeht. Wir wissen, dass das Ende gut war und so berührt es uns vielleicht etwas, dass Jesus für uns leidvoll am Kreuz gestorben ist, aber es schockt uns nicht. Es bringt uns nicht mehr zum Wanken, weil wir wissen, dass zwei Tage später der Spuk vorbei war. Trotzdem möchte ich heute über den Samstag schreiben, über die Zeit zwischen Jesu Tod und Auferstehung.

Alle vier Evangelisten berichten, dass nach Jesu Tod Joseph von Aramanthia zu Pilatus gegangen ist, und um den Leichnam Jesu gebeten hat, um ihn begraben zu dürfen. Joseph von Aramanthia. Das war nicht der Mann von Maria, nicht der Mann, der Jesus als seinen Sohn aufgezogen hat. Er war auch nicht einer der zwölf Jünger. Dabei war noch Nikodemus, ein Pharisäer, der einmal ein Vier-Augen-Gespräch mit Jesus gesucht hatte. Auch kein Jünger.

Jesus ist gestorben und die Menschen, die ihn zu Grabe tragen sind quasi zwei Wildfremde! Wie um alles in der Welt kann das passieren? Wenn ich sterben würde und keiner meiner engsten Freunde würde zu meiner Beerdigung auftauchen, wäre ich wahrscheinlich selbst im Himmel etwas angefressen. Wo waren die Jünger?

Die Bibel gibt uns keine Antwort auf diese Frage. Wir wissen nicht, ob die Jünger derweil in Jerusalem eine eigene kleine Trauerfeier gefeiert haben. Ob sie überhaupt getrauert haben. Schließlich hatte Jesus ja gesagt, er würde wiederkommen. Vielleicht haben die Jünger einfach einen ganz normalen Samstag verlebt, darauf wartend, dass es Sonntag wird und Jesus wieder aufsteht. Wenn ihr mich fragt, ist das unwahrscheinlich.

Ich glaube, die Jünger müssen am Boden zerstört gewesen sein. Der Mann, den sie für den Sohn Gottes gehalten haben, für ihren Messias, ihren Retter und Weg zu Gott, ist einfach gestorben. Von Menschenhand. Der, auf den sie alle Hoffnung gesetzt haben, war von einem Moment auf den anderen weg, nicht mehr ansprechbar. Sie hatten doch noch so viel mehr erwartet. Sie haben ihm ihr Leben verschrieben, haben ihre Familien verlassen, um drei Jahre mit ihm durch die Gegend zu ziehen, er war ihr Lebensmittelpunkt. Was passiert, wenn uns auf einmal unser Lebensmittelpunkt abhandenkommt?

Ich glaube, die Jünger waren vollkommen ratlos, saßen vor ihrem Trümmerhaufen und wussten nicht, wie es weitergehen sollte.

Ich glaube, dass es so oder ähnlich war, wegen der Reaktion der Jünger auf die Nachricht von den Frauen am Grab. Als diese nämlich den Jüngern erzählten, dass Jesus auferstanden ist (was er ganz nebenbei auch vorher angekündigt hat), schreibt Lukas das hier:

Und ihre Worte kamen ihnen vor wie ein Märchen, und sie glaubten ihnen nicht. Petrus aber stand auf und lief zum Grab, bückte sich und sah nur die leinenen Tücher daliegen; und er ging nach Hause, voll Staunen über das, was geschehen war. ~Lukas 24,11-12

Ich glaube, wir haben in unserem Leben öfter mal einen „Samstag vor Ostern“. Unser Leben scheint vor unseren Augen zusammenzufallen. Wir wissen nicht, wie es weitergehen soll; können uns gar nicht vorstellen, dass es überhaupt weitergehen kann. Wir fragen uns, was gerade passiert ist. Wo ist Gott auf einmal? Was ist aus seinen Versprechen geworden? Es sollte doch noch so viel kommen!

Und dabei geht es uns wie den Jüngern. Wir haben Jesu Versprechen noch nicht in ganzem Maße verstanden und wenn er sie erfüllt (aka nach drei Tagen wieder aufsteht) sind wir überrascht.

Ich weiß nicht wie dein „Samstag vor Ostern“ gerade aussieht, aber ich weiß, dass es Hoffnung gibt. Vielleicht klingt das gerade wie ein Märchen für dich. ‚An meiner Situation kann niemand mehr etwas retten!‘ Aber das ist nicht wahr. Einer kann. Jesus wird auferstehen. Jesus ist Gottes Sohn, egal, wie deine Umstände gerade aussehen und Jesus hat deine Umstände im Griff, auch, wenn du es grade nicht glauben kannst.

 Lasst uns an Jesu Versprechen festhalten, denn er hat selbst seine unwahrscheinlichsten Versprechen wahr gemacht und lasst uns staunen, wie er aus den vor uns liegenden Trümmern etwas Wunderbares wieder aufrichtet!
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