Möglichst teuer und möglichst nutzlos?

Vielleicht hast du schon mal gehört, dass du wertvoll bist; dass jemand für dich in den Tod gegangen ist; dass dein Wert nicht davon abhängt, was andere sagen oder denken; dass du dein Image bei Gott nicht aufbessern kannst, nicht aufbessern musst. Egal, wie du aussiehst, was du leistest, was du besitzt oder nicht, dein Wert ist bei Gott festgeschrieben. Du kannst nichts tun, um diesen Wert zu verlieren.

Das sind nette Wahrheiten, aber was bringt dir dieses Wissen?

Ich weiß nicht, ob ich die Einzige bin, der das nicht ausreicht. Was hilft es mir, wenn Gott meinen Wert sieht, aber niemand anderes? Was hilft es, wenn sogar ich selbst mir immer wieder sagen muss, wie wertvoll ich bin und die Tatsache, dass jemand für mich gestorben ist manchmal kaum glauben kann?

„In Gottes Augen bist du wertvoll“ mag vielleicht die Wahrheit sein, aber wie oft haben wir das Gefühl uns an einer leeren Floskel festzuklammern? Verzweifelt erinnern wir uns wieder und wieder daran, in der Hoffnung es irgendwann selbst glauben zu können.

Wieso fällt uns das so schwer?

Eine Freundin von mir hat einmal von ihrem Ehemann einen Schmuckstein geschenkt bekommen. Nur den Stein, ohne Fassung oder Schmuck dazu. Der Gedanke dahinter war, ihr etwas möglichst Teures möglichst Nutzloses zu schenken.

Ich kann nur für mich sprechen, aber ich glaube, es hängt damit zusammen, dass wir uns manchmal wie dieser Schmuckstein fühlen. Wertvoll und teuer erkauft, ja, aber im Grunde nutzlos. Erst Recht nutzlos, wenn wir daran denken, dass Gott Milliarden solcher Steine besitzt. Wir sind nicht besonders. Nicht einzigartig. Nicht wichtig.

Wir haben das Bedürfnis danach besonders und wichtig zu sein, aber kämpfen es unter dem Deckmantel der Demut nieder. Wir erinnern uns daran, dass es nicht um uns geht, sondern allein um unseren Gott, der durch uns wirkt.

Wie kommt es, dass wir dieser Lüge aufgesessen sind?

Halten wir Gott für einen Trophäensammler? Der einen Haufen nutzloser Klunker sammelt, einfach nur, weil er sie „schön“ findet, weil er sie geschaffen hat und sie aus unerklärlichen Gründen liebt?

Wenn es so wäre, hätten wir tatsächlich eine traurige Existenz. Wertvoll und geliebt, aber im Endeffekt nur gut genug, um in einer Schublade zu liegen, damit der Schöpfer sich hin und wieder daran erfreut. Kein Wunder, dass wir uns für wertlos halten in diesem Einheitsbrei.

Aber das ist nicht wahr. Gott hat dich aus einem Grund geschaffen. Er hat dich besonders gemacht für das, was er mit dir vorhat!

 Denkt zum Vergleich an den menschlichen Körper! Er stellt eine Einheit dar, die aus vielen Teilen besteht; oder andersherum betrachtet: Er setzt sich aus vielen Teilen zusammen, die alle miteinander ein zusammenhängendes Ganzes bilden. Genauso ist es bei Christus. Wenn der ganze Körper nur aus Augen bestünde, wo bliebe dann das Gehör? Wenn er nur aus Ohren bestünde, wo bliebe der Geruchssinn? Tatsache jedoch ist, dass Gott, entsprechend seinem Plan, jedem einzelnen Teil eine besondere Aufgabe innerhalb des Ganzen zugewiesen hat. Was wäre das schließlich für ein Körper, wenn alle Teile dieselbe Aufgabe hätten? Aber so ist es ja nicht. Es gibt einerseits viele verschiedene Teile und andererseits nur einen Körper.  ~1.Korinther 12,13.17-20

Gott hat nicht 7 000 000 000 mal den gleichen Stein geschaffen, einfach, weil er ihn schön fand. Wir sind keine Massenproduktion an der Maschine. Du bist nicht einfach nur besonders nutzlos, aber besonders wertvoll, weil jemand teuer für dich bezahlt hat, sondern du wurdest geschaffen um genau da zu stehen, wo du gerade bist. Um dort Gottes Reich zu bauen mit den Gaben und Fähigkeiten, die er dir gegeben hat. Du bist einzigartig und wichtig für Gottes Reich. Natürlich kann er die Dinge, die er mit dir geplant hat auch mit jemand anderem durchziehen, aber es gibt keinen, der es so gut machen kann wie du.

Vielleicht hören sich diese Worte für dich genauso hohl an, wie der Satz „Du bist wertvoll!“. Vielleicht hast du keine Ahnung, was an dir besonders sein soll. Du fühlst dich wie ein kleiner Zeh unter Ohren, Augen, Daumen und wie die „nützlichen“ alle heißen. Ich kenne das Gefühl gut.

Ich will dich ermutigen, deine Stärken kennenzulernen! Überlege, was dir leicht fällt, wo du vielleicht schon gemerkt hast, dass es anderen mehr Schwierigkeiten macht. Für mich ist so eine Sache das Schreiben. Vielleicht kommt es dir nicht besonders vor, vielleicht hast du es immer für ein nutzloses Talent gehalten. Aber Gott kann dadurch große Dinge tun, wenn du ihn lässt (1. Kor 1,27).

Frage Menschen, die dich gut kennen, wo sie deine Stärken sehen, und nimm an, was sie dir zu sagen haben. Eine gute Freundin von mir und ich sind sehr unterschiedlich, und ich habe schon oft gedacht, ich hätte gerne einige ihrer Eigenschaften. Aber ich habe sie nicht. Ich habe andere und es hilft nichts, zu versuchen mich zu verbiegen, Stärken auszubilden, wo keine sind, und dafür zu vernachlässigen, was Gott mir gegeben hat (1. Kor 12,18-19).

Und vor allem bitte Gott, dir zu zeigen, was er in dich hineingelegt hat und was er mit dir vorhat. Bitte ihn, dir zu zeigen, wo deine Gaben liegen und wie du sie für ihn nutzen kannst.

 Mein Gebet ist es, dass Gott dir zeigt, was an dir besonders ist und warum du wichtig bist. Du bist nicht nur ein wertvolles Steinchen auf der Kommode, du hast der Welt etwas zu geben und ich bete, dass du das nutzt, was Gott in dich hinein gelegt hat.
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Ein Kommentar zu „Möglichst teuer und möglichst nutzlos?

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