Ein Tag mit Gott {Experiment}

Tagesziel

Letzten Montag hatte ich morgens während meiner Stillen Zeit auf einmal einen verrückten Gedanken: Was, wenn du heute mal bei allem, was du tust vorher Gott fragst, ob du es tun sollst bzw. was du stattdessen tun sollst?

Ich hatte an dem Tag frei, keine Arbeit, keine Uni, nur an meiner Masterarbeit wollte ich im Laufe des Tages ein bisschen arbeiten. Auf der Bibelschule haben wir einmal im Monat einen Nachmittag der Stille eingelegt. Einen Tag, an dem wir vom Mittagessen bis zum Abendessen nur mit Gott geredet haben. Auf sowas in der Art habe ich mich eingestellt. Nur cooler, weil ich mich wirklich vom Heiligen Geist durch den Tag leiten lassen wollte. Jesus hat schließlich auch nur das getan, was er den Vater tun sah (Johannes 5,19).

So weit, so gut. Der Entschluss war gefasst, ich bereit für einen legendären Tag mit Gott. Das Komische war nur, sobald ich auf Empfang geschaltet habe, kam mir meine Masterarbeit in den Kopf. Mühsam verdrängte ich sie, um mich wieder auf Gott auszurichten und schwupp da war sie schon wieder. Gott, dein Ernst? Ich sitze doch erst seit 10 Minuten hier. Ich soll mich jetzt an meine Masterarbeit setzen? Manchmal ist Gott hartnäckig und so setzte ich mich an meine Masterarbeit – tatsächlich produktiv, bis sich der Frühstückshunger meldete. Und jetzt, Gott? Alles klar, frühstücken, duschen, fertig machen, auf geht’s.

Nachdem ich mich gesellschaftsfähig gemacht hatte, warf ich einen kurzen Blick auf mein Handy – der Vater, der Familie, für die ich im Moment arbeite, hatte angerufen: Das Kind hat die Nacht schlecht geschlafen, der Papa dementsprechend auch, ob ich die Kleine für den Vormittag nehmen könnte.

Klar konnte ich. Zugegeben, an dieser Stelle habe ich Gott nicht explizit gefragt, ob ich zusagen soll; allerdings hat mich die Tatsache, dass er mich schon vorher an meine Masterarbeit gesetzt hatte, damit ich ein paar Sachen schaffen konnte, ziemlich geflasht. Vor allem hinterher, als ich im Endeffekt doch bis nachmittags gearbeitet habe, sodass an meine Masterarbeit wirklich nicht mehr zu denken war. Gott weiß es einfach besser!

Als ich nach dem Arbeiten heim kam, wollte ich gerne joggen gehen. Das Wetter war traumhaft und ich freute mich schon den ganzen Heimweg darauf. Und jetzt, Gott? Joggen, oder??

Zu meiner Schande muss ich an dieser Stelle gestehen, dass ich zwar wahrgenommen habe, dass Gott ‚nein‘ gesagt hat, es aber auf meinen inneren Schweinehund geschoben und ihn schlichtweg ignoriert habe. Gemerkt habe ich es sofort bei den ersten Schritten. Man muss dazusagen, dass ich vor einem Jahr eine Knie-OP hatte, die mir immernoch manchmal den Sport etwas vermiest. Dieser Tag war so ein Tag. Mist. Hättste mal auf Gott gehört. Wofür fragst du ihn schließlich? Naja. Joggen abgebrochen und wieder heim.

Der Abend war schon vorher verplant und somit „endete“ der Tag mit Gott hier.

Im Nachhinein kann ich sagen, dass der Tag zwar vollkommen anders lief, als erwartet, aber mindestens genauso cool war. Äußerlich unspektakulär, schließlich habe ich nichts Besonderes gemacht, auf der anderen Seite unglaublich stark zu sehen, dass Gott mitten im Alltag dabei ist, wenn wir ihn nur lassen.

Natürlich sind das nicht alle Entscheidungen, die ich an dem Tag getroffen habe und bei vielen hat Gott auch gar nichts dazu gesagt, aber ich glaube, wenn wir Gott mehr Raum in unserem Leben geben, wird er den gerne nutzen und uns immer wieder überraschen. Selbst bei den Entscheidungen, die er mir überlassen hat, war es cool einen Moment inne zu halten und auf Gott zu schauen. Dadurch erschien er mir im Gesamten viel präsenter als sonst.

Ich möchte auf jeden Fall bewusster auf Gottes Führungen in meinem Alltag achten und ihn öfter fragen, was jetzt dran ist. Ich möchte Jesus ähnlicher werden und ich glaube, es ist ein Schritt in die richtige Richtung, wenn ich ihn in meine Entscheidungen mit hineinlasse.

 Der Sohn kann nichts aus sich heraus tun. Er tut nur, was er den Vater tun sieht. Was immer der Vater tut, das tut auch der Sohn. ~Johannes 5,19

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