Demütig dienen

Mein Studium neigt sich dem Ende zu. Bevor es in die harte Welt des Arbeitens geht, möchte ich gerne nochmal für ein paar Monate ins Ausland. Wer weiß, welche Möglichkeiten es dazu gibt, wenn ich erst im Hamsterrad der Arbeitswelt zu rennen beginne? Die Frage des was und wohin ist allerdings gar nicht so leicht zu beantworten. Und noch schwerer die, des wieso.

Ursprünglich war der Plan für ein paar Monate in einem Kinderheim in Südamerika mitzuhelfen. Im Laufe der Zeit hat Gott mir gezeigt, dass das nicht das Richtige für mich ist. Es war eher meine Idee, mein Wunsch. Und auf einmal standen die Tore offen. Was will Gott von mir? Ich will nicht meinen Dickkopf umsetzen, sondern Seinen Willen tun.

Auf einmal war ich Feuer und Flamme für alles und nichts. ‚Wahrscheinlich will Gott mich herausfordern und schickt mich wieder dahin, wo ich eigentlich als letztes hin möchte‘, dachte ich. Es wäre nicht das erste Mal gewesen und trotz allen vorigen Widerwillens war ich jedes Mal voll froh da gelandet zu sein, wo Gott mich hingeführt hatte. Voll Vertrauen auf Gott habe ich mir also Optionen angeschaut, die vorher überhaupt nicht für mich in Frage gekommen wären.

Leider hat Gott sich nicht weiter dazu geäußert. Zumindest nicht dazu, welchen Dienst ich in welchem Land tun soll. Aber Gott schweigt nicht, wenn wir ihn um Rat bitten. Wir müssen nur damit rechnen, dass sein Weg manchmal ganz anders aussieht, als unserer.

Während ich weiter hingegeben und opferbereit seinen Willen suchte, machte er sich bereit, mich eine ganz neue Lektion zu lehren.

Wenn ich meinen ganzen Besitz an die Armen verteile, wenn ich sogar bereit bin, mein Leben zu opfern und mich bei lebendigem Leib verbrennen zu lassen, aber keine Liebe habe, nützt es mir nichts. ~1.Korinther 13,3

Diese Textstelle kam mir plötzlich in den Kopf, als ich wieder aus den unendlich vielen Optionen die richtige herauszufinden versuchte. Plötzlich wurde mir klar, dass ich mich verrannt hatte. Verrannt in meinen Zielen und Motivationen. Gott machte mir bewusst, dass meine Bereitschaft für ihn überall hinzugehen, mein Wille, das zu tun, was für mich anfangs überhaupt nicht in Frage kam, nicht daher kam, dass ich auf einmal im Glauben so gereift war. Es hing nicht damit zusammen, dass ich Jesus so liebe und er mir diese Menschen aufs Herz gelegt hat. Es hatte nichts mit ihm oder seiner Ehre zu tun. Es ging allein um mich.

Ich musste mir eingestehen, dass meine Motivation mich selbst zu überwinden da lag, meinen Mitmenschen zeigen zu können, wie toll ich bin. Wie selbstlos und mutig ich bin, genau das zu tun, was mir widerstrebt. Wie hingegeben ich bin, Gott überall hin zu folgen, egal, ob es mir gefällt oder nicht. Es ging mir um meine Ehre. Darum, dass die Menschen mich sehen und mich bewundern.

Was mich antrieb war die Liebe zu mir, nicht die, zu den Menschen. Und aus menschlicher Sicht denken wir vielleicht, ‚Ist doch egal, warum ein Mensch hilft, Hauptsache er hilft!‘ Aber Paulus lehrt uns etwas anderes. Wenn wir im Zentrum unseres Dienstes stehen und nicht die Personen, für die wir diesen Dienst tun, erachtet Gott unseren Dienst als wertlos. Wie könnte ich Gott von Nutzen sein, wenn mein einziger Gedanke bei der Arbeit ist, ‚Wenigstens sind die Menschen zu Hause von mir beeindruckt!‘?

Worum geht es dir bei deinem Dienst? Geht es dir darum, dass die Menschen Gott sehen? Oder sollen sie dich sehen? Möchtest du deine Gaben und Stärken präsentieren? Oder möchtest du den Gott, der sie dir aus Gnade und zum Einsatz für sein Reich geschenkt hat, präsentieren?

Lasst uns unsere Prioritäten neu ordenen. Lasst uns demütig dienen, dem der sich für uns gedemütigt hat. Lasst uns in Liebe dienen, damit unser Dienst von Wert ist.

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3 Kommentare zu „Demütig dienen

    1. Tatsache. Im Internet findet man es wirklich unter C.S. Lewis. Ich hab es aus einem von Kris Vallottons Büchern. Vermutlich hat er es mal von Lewis übernommen… Danke für den Hinweis!

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