Gegen wen kämpfst du?

Letztens habe ich mich mit einem Freund unterhalten. Es ging um eine Bibelstelle, die ich schon hundertmal gelesen hatte und doch war mir eine Kleinigkeit immer entgangen. So sehr entgangen, dass ich sogar anzweifelte, dass das, was er mir erzählte, tatsächlich in der Bibel stand. Nicht, weil es so haarsträubend war oder so wenig nach Jesus klang, sondern weil der Inhalt mich so sehr bewegte, dass ich kaum glauben konnte, diesen Teil immer überlesen zu haben.

Nach dem Frühstück sagte Jesus zu Simon Petrus: »Simon, Sohn des Johannes, liebst du mich mehr als die anderen?« »Ja, Herr«, erwiderte Petrus, »du weißt, dass ich dich lieb habe.« »Dann weide meine Lämmer«, sagte Jesus. Jesus wiederholte die Frage: »Simon, Sohn des Johannes, liebst du mich?« »Ja, Herr«, antwortete Petrus, »du weißt, dass ich dich lieb habe.« »Dann hüte meine Schafe«, sagte Jesus. Noch einmal fragte er ihn: »Simon, Sohn des Johannes, hast du mich lieb?« Petrus wurde traurig, weil Jesus die Frage zum dritten Mal stellte, und sagte: »Herr, du weißt alles. Du weißt, dass ich dich lieb habe.« Jesus sagte: »Dann weide meine Schafe. Ich versichere dir: Als du jung warst, konntest du tun, was du wolltest, und hingehen, wo es dir gefiel. Doch wenn du alt bist, wirst du deine Hände ausstrecken, und ein anderer wird dich führen und hinbringen, wo du nicht hingehen willst.« So deutete Jesus an, auf welche Weise Petrus sterben würde, um Gott damit zu verherrlichen. Dann forderte Jesus ihn auf: »Folge mir nach.« Petrus drehte sich um und sah, dass der Jünger hinter ihnen ging, den Jesus liebte – jener Jünger, der sich beim Abendmahl zu Jesus hinübergelehnt und gefragt hatte: »Herr, wer von uns wird dich verraten?« Petrus fragte Jesus: »Was ist mit ihm, Herr?« Jesus erwiderte: »Wenn ich will, dass er am Leben bleibt, bis ich wiederkomme, was geht das dich an? Folge du mir nach.« ~Johannes 21,15-22

Ich weiß nicht, ob dir diese Passage bewusst war. Ich glaube, wir reden so oft, über die vorangegangenen Verse, dass wir diese hier einfach übersehen. Vielleicht liest du sie dir auch jetzt durch und fragst dich, was daran jetzt so toll ist. Ich sag’s dir:

Ich glaube, als Christen stehen wir in einem Kampf, einem Krieg zwischen dem König der Könige und seinem Widersacher, dem derzeitigen Regenten unserer Welt. Ich kann von mir dankbar sagen, dass ich nie einen Krieg aus nächster Nähe miterlebt habe, aber ich habe Mannschaftssport gespielt und für viele ist das, was sich auf dem Spielfeld abspielt, dasselbe. Auf dem Spielfeld stehen sich zwei Parteien gegenüber und nur eine kann gewinnen. Ein Weg, um die eigene Niederlage möglichst schnell heraufzubeschwören, ist Zwietracht im eigenen Team. Eine Spielerin macht ständig einen Alleingang. Spielt nicht ab, verliert den Ball und handelt das nächste Mal trotzdem genauso. Zwei Spielerinnen buhlen darum, sich den Posten des Mannschaftskapitäns zu verdienen. Statt gegen das andere Team zu spielen, haben sie sich ihren Gegner aus den eigenen Reihen ausersehen. Das Team beginnt zu bröckeln. Die Stimmung sinkt, jede hat das Gefühl ungerecht behandelt zu werden, nicht die Bälle zu bekommen, die sie verdient. Der Sieg ist so gut wie verschenkt.

Warum erzähle ich das?

Um zu gewinnen, um die bestmöglichen Chancen zu haben, ist es wichtig, dass das Team zusammenhält. Es ist wichtig, dass das Team füreinander ist, dass Vertrauen herrscht und es sich als Einheit dem Gegner entgegen stellt. Wenn das Team sich uneinig ist, ist es schwach und ich glaube, dieses Prinzip gilt nicht nur im Sport.

Auch wir Christen sind dazu geneigt uns im Team uneinig zu sein. Wie oft streben wir nach unserer eigenen Anerkennung?

Petrus hat gerade einen mega Auftrag von Jesus bekommen: Kümmere dich um meine Gemeinde. Gleichzeitig sagt Jesus ihm, dass sein Leben nicht nur einfach und angenehm wird, sondern dass auch er an dem ein oder anderen bitteren Kelch nicht vorbei kommt. Das müsste Petrus doch erstmal genug zu denken geben, oder? Aber anstatt zu denken, ‚Krass, das wird mein Leben für Jesus sein. Er vertraut mir seine Gemeinde an. Wo fange ich da nur an, um ihm am besten zu dienen?‘, ist sein erster Gedanke: „Aber was ist mit Johannes??“ Johannes, der anscheinend ein besonderes Standing bei Jesus hatte. Johannes, der Lieblingsjünger. ‚Muss der genauso für Jesus leiden? Bekommt er eine genauso ehrenvolle Aufgabe? Stehe ich ihm schon wieder nach oder sieht er endlich, dass ich an ihm vorbeigezogen bin?‘

Wir wissen nicht, ob das tatsächlich Petrus Gedankengänge waren, als er diese Frage stellte, aber ich weiß, dass es oft meine sind.

Wie oft vergleichen wir uns mit anderen Christen? Mit den anderen Mitarbeitern in unserem Team? Warum geht es so ab in der Jugend der Gemeinde xy und bei uns nicht?

Wenn wir vergleichen, treten wir unbewusst in Konkurrenz zueinander. Wir möchten andere überbieten. Wir möchten, dass bei uns mehr Jugendliche zum Glauben kommen. Wir möchten, dass unsere Gemeinde, unsere Arbeit zu einem guten Beispiel wird. Dass wir zu einem guten Beispiel werden.

Dabei übersehen wir, wie schnell uns diese Denkmuster entzweien. Wir haben das Gefühl uns behaupten zu müssen und plötzlich steht der Teenkreis in Konkurrenz mit der Jugend, statt Hand in Hand mit ihr zu arbeiten.

Aber Jesus sagt, es geht uns nichts an, wie er unsere Mitchristen einsetzt. „Das ist meine Geschichte mit ihr. Achte du auf dich und darauf, dass du mir nachfolgst.“

Lasst uns Verantwortung für uns übernehmen. Für unseren Bereich, unseren Dienst, unser Leben. Dadurch, dass wir andere anschauen und denken, ‚Warum benutzt Gott diese Person so krass und mich nicht?‘, ändert sich nichts. Alles, was wir tun können, ist Gott dort zu dienen, wo wir stehen. Nicht, um damit andere zu übertrumpfen, sondern, damit wir selbst Gott besser kennenlernen und andere ihn durch uns.

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3 Kommentare zu „Gegen wen kämpfst du?

  1. hey freue mich wieder über den blog und vor allem die Kommentare.

    Du rührst Menschen damit an.

    Super

    LD

    Papa

  2. Danke für den Beitrag! So habe ich die Bibelstelle auch noch nicht gelesen. Ich denke auch, dass es sehr wichtig ist sich auf sich selbst zu fokussieren und dass wir uns besser für andere freuen sollten, wenn sie einen „Durchbruch“ haben und wir nicht 🙂

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