Was es heißt, eine Braut zu sein…

Als Mädchen scheinen wir genetisch darauf programmiert zu sein spätestens mit unserem 16. Geburtstag mit unserer Hochzeitsplanung zu beginnen. Wir wissen genau, wie unser Kleid aussehen soll. Wir wissen, welche Location den Tag perfekt machen wird, haben schon eine mentale Liste, wen wir für Deko, Make-up und Lobpreis einspannen wollen. Wir wissen, von wem wir gerne getraut werden würden, wie der Brautstrauß aussehen soll und selbst für den Trauvers haben wir schon eine Vorauswahl getroffen. Wir wissen, wer unsere Trauzeugin sein wird und wie unsere Eheringe aussehen sollen. Das einzige, was wir noch nicht wissen, ist, wer neben uns vor dem Altar stehen wird, auch wenn wir diese Nebensächlichkeit gerne übersehen.

Aber worum geht es beim „Braut-sein“ eigentlich? Ist es so wichtig, wie unser Kleid aussieht und wer das Catering in die Hand nimmt? Geht es beim Braut-sein wirklich nur darum eine Riesenfeier zu schmeißen, die genauso ist, wie wir sie uns vorstellen?

Und was genau bedeutet es, dass die Bibel uns als die Braut Christi bezeichnet?

Das ist ehrlich gesagt eines der in der Bibel verwendeten Bilder, mit dem ich nie viel anfangen konnte. Gott als Vater, Freund, Helfer, Tröster, Hirte… all das hab ich erlebt. Aber als Bräutigam? Was genau sollen wir uns darunter vorstellen? Immer wenn ich darüber nachdachte – und in Bezug darauf auch über das Hohelied, welches ja oft als Beispiel dafür angeführt wird – ging es mir früher oder später wie einem meiner Teenymädels: „Ich hab letztens im Hohelied gelesen und bin ganz rot geworden wegen dem, was da steht!“

Ich glaube, der Gedanke von Jesus als unserem Bräutigam kommt uns oft merkwürdig vor, weil wir mit einem Bräutigam oft die körperliche Liebe assoziieren. Natürlich klingt es nach Blasphemie in unseren Ohren, wenn es das ist, worauf wir bei der ganzen „Jesus-ist-Bräutigam-und-wir-sind-die-Braut-Geschichte“ den Fokus legen. Aber um ehrlich zu sein, hat es mir auch nie gereicht einfach zu sagen: Jesus liebt uns wie ein Bräutigam seine Braut liebt. Wir wissen doch schon, dass Gott uns wie ein Vater liebt. Der Bräutigam muss doch noch irgendwas Neues zu dem Thema beitragen, oder?

Mit dieser Frage an Gott, was es heißt, seine Braut zu sein, habe ich letztens nochmal das Hohelied gelesen. Es ist verrückt, wie eine neue Perspektive scheinbar ein ganzes Buch verändern kann und von heute auf morgen ist das Hohelied für mich zu einem unglaublichen Schatz geworden. Auf einmal kam mir das Hohelied nicht mehr obszön vor, sondern es zeigte eine ganz neue Facette von Gottesbeziehung auf, eine neue Dimension der Sehnsucht von Gott zu uns Menschen, aber genauso von uns Menschen zu Gott.

Es erzählt von einem Gott, der uns zuruft:

Mach dich auf, meine Freundin, komm her, meine Schöne! Schön bist du, meine Freundin, in allem, und kein Makel ist an dir! Du hast mir das Herz geraubt, meine Schwester, meine Braut; mit einem einzigen deiner Blicke hast du mir das Herz geraubt. ~Hohelied 2,10, 4,7.9

Und auf der anderen Seite steht eine Braut, die krank vor Liebe zu ihrem Bräutigam ist, die aufmerkt, sobald sie seine Stimme nur von weitem hört, die nachts durch die Straßen läuft, um den zu finden, den ihre Seele liebt.

Was für eine Leidenschaft. Was für eine wunderschöne innige Beziehung. Wie wunderbar ist es, dass wir ein Teil davon sein dürfen? Dass wir mit so einer Leidenschaft umworben werden? Wie schön ist es, sagen zu dürfen, dass wir so geliebt sind? Dass seine Liebe wie ein Banner über unserem Leben weht. Alles, was wir tun müssen, ist, uns ihm zuwenden. Ihm, der aus seiner unglaublichen Liebe zu uns alles für uns tun würde. Schon alles für uns tat. Der es möglich machte, dass wir für immer mit ihm zusammen sein können, indem er für uns starb.

Weißt du, dass dich jemand mit einer solchen Leidenschaft liebt? Dass es jemanden gibt, der sich nach deiner Nähe sehnt, danach deine Stimme zu hören? Einen, dem du das Herz geraubt hast? Und was fängst du mir dieser Tatsache an?

Er liebt uns, ob wir wollen oder nicht. Es liegt an uns, ob wir uns auf diese wunderschöne Art der Beziehung einlassen und seine Liebe erwidern, oder ob wir ihm einen Korb geben.

Lasst uns uns von Gott lieben lassen und lasst uns diesen wunderbaren, liebevollen Bräutigam besser kennenlernen. Denn umso besser wir ihn kennen, umso größer wird unsere Liebe zu ihm und umso mehr wird unsere Beziehung zu ihm auch von unserer Seite so von Leidenschaft und Sehnsucht geprägt werden, wie Gott es im Hohelied beschreibt.

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