Gott will keine Fernbeziehung

Viele haben sie. Wenige wollen sie. Die meisten finden sie anstrengend. Eine Fernbeziehung. Und obwohl die wenigsten von uns voll Freude einer Fernbeziehung mit ihrem Partner entgegenschauen würden, geben wir uns doch so schnell mit einer Fernbeziehung mit Gott zufrieden.

Macht ja auch irgendwie Sinn. Gott ist im Himmel, wir auf der Erde. Da kann man schonmal von Entfernung sprechen. Und eine Fernbeziehung ist ja immerhin eine Beziehung. Auf jeden Fall besser als gar nichts.

Ich selbst hatte nie eine Fernbeziehung, aber ich habe eine gute Freundin, die inzwischen mehrere Stunden von mir entfernt wohnt, obwohl wir mal nur 200m voneinander gewohnt haben. Was hat sich seit dem verändert? Früher sahen wir uns mehrmals die Woche. Jetzt sehen wir uns vielleicht alle drei Monate. Früher sprachen oder schrieben wir fast täglich. Heute telefonieren und schreiben wir ab und zu mal. Das bedeutet nicht, dass die Freundschaft jetzt schlecht ist oder weniger wichtig. Ich bin immernoch wahnsinnig dankbar für diese Freundin und liebe es, mit ihr zu telefonieren. Wenn wir uns mal sehen, oder sprechen, fühlt es sich an, als hätte sich fast nichts verändert. Aber etwas hat sich verändert: Früher teilten wir unsere Leben, heute updaten wir uns über unsere Leben. Wenn wir telefonieren geht es darum, was uns gerade beschäftigt, aber auch darum, was uns die letzten Wochen beschäftigt hat. Durch die Entfernung ist es uns nur möglich etappenweise am Leben der anderen teilzuhaben. Für eine Freundschaft ist das zwar schade, aber es ist okay und vielleicht kommen auch wieder andere Zeiten, wo wir näher zusammen wohnen.

Aber die Wahrheit ist, Gott will keine Fernbeziehung mit uns führen! Er wünscht sich, immer an unserem Leben teilzuhaben. Er möchte in den Freuden und Kämpfen mit dabei sein, er möchte sie mit uns teilen – und nicht nur hinterher darüber upgedated werden. Er möchte nicht nur über das Ergebnis informiert werden, er möchte den Prozess zu dem Ergebnis begleiten.

Und wie in einer Freundschaft über lange Distanzen, ist es auch mit Gott so, dass wir Momente haben, in denen man „sich trifft“. Momente, in denen wir „telefonieren“, ihn nicht nur auf den neusten Stand bringen, sondern ihn auch in unsere aktuelle Situation mit hineinnehmen. Aber ich kenne es von mir, dass das oft nur kurze Momente sind. Und wenn es sogar jeden Tag ist, wir machen morgens unsere Stille Zeit und besprechen mit ihm, was vor uns liegt. Vielleicht reden wir auch abends nochmal mit ihm darüber, wie der Tag gelaufen ist. Aber was ist mit der Zeit dazwischen? Dazwischen leben wir diese Beziehung, als wäre Gott meilenweit weg. Als wäre er außer Reichweite.

Schade eigentlich, denn genau dafür ist Jesus ans Kreuz gegangen – damit wir keine Fernbeziehung mehr führen müssen. Um in die Gegenwart Gottes zu kommen, mussten die Juden zum Tempel kommen. Sie opferten dort, beteten dort. Natürlich konnten sie auch woanders zu Gott beten, aber Gott war nicht nahbar. Gott war heilig und fern.

Durch Jesu Tod am Kreuz und den Heiligen Geist in uns müssen wir keine Fernbeziehung mehr führen.

Oder wisst ihr nicht, dass euer Leib ein Tempel des Heiligen Geistes in euch ist, der in euch lebt und euch von Gott geschenkt wurde? ~1.Korinther 6,19

Der Heilige Geist lebt in uns. Gott lebt in uns. Dadurch ist er immer da, immer verfügbar. Gott sitzt nicht irgendwo auf seiner Wolke, er ist direkt in unserer Mitte.

Lasst uns so leben. Lasst uns nicht länger eine Fernbeziehung führen, wenn Gott die Distanz schon längst überwunden hat. Lasst uns Gott an unserem Leben teilhaben lassen. Lasst uns mit ihm darüber reden, was uns bewegt, was uns Freude oder Not macht, statt ihm erst zu erzählen was war, wenn alles vorbei ist.

Ich möchte nicht länger nur morgens und abends mit Gott feedbacken, ich möchte den ganzen Tag mit ihm verbunden sein und ich bete, dass wir eine Generation werden, die sich nicht länger mit einer Fernbeziehung zufrieden gibt.

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