Vetrauen in Gottes Versorgung

Gott hat in meinem Leben allererste Priorität. Er sitzt auf dem Thron. Mein ganzes Leben und alles, was ich habe und tue sind ihm unterstellt. Zumindest mal in der Theorie… Ehrlich gesagt glaube ich, dass das bei vielen Christen der Fall ist. In der Theorie möchten wir, dass alles, was wir haben und sind Gott gehört und ihm zur Ehre dient. Aber so allgemein sagt sich das relativ leicht. Schwierig wird’s, wenn wir konkretisieren, was das genau heißt. Dann sind wir schnell dabei uns das nochmal zu überlegen. Vielleicht suchen wir Auswege, Entschuldigungen, Gründe, warum es so krass doch nicht sein muss. Oder der Heilige Geist bringt uns an den Punkt, an dem wir uns herausfordern lassen; wo wir uns dem Anspruch Gottes stellen und daran arbeiten, Gott ein kleines bisschen mehr wirklich unser ganzes Leben zu unterstellen.

Wenn ich das Gesetz lese, das Gott seinem Volk gegeben hat, stoße ich immer wieder auf solche Herausforderungen. Manche sind sehr offensichtlich, wie „Du sollst den Besitz deines Nächsten nicht begehren!“ (2.Mose 20,17), andere verstehe ich erst auf den zweiten Blick:

[…] wie es im Gesetz geschrieben steht; auch dass wir jährlich die Erstlinge unseres Landes und die Erstlinge aller Früchte von allen Bäumen, Jahr für Jahr, zum Haus des Herrn bringen wollten; ebenso die Erstgeburt unserer Söhne und unseres Viehs — wie es im Gesetz geschrieben steht — und die Erstlinge unserer Rinder und unserer Schafe; dass wir das alles zum Haus unseres Gottes bringen wollten, zu den Priestern, die im Haus unseres Gottes dienen. Auch dass wir den Priestern die Erstlinge unseres Mehls und unserer Hebopfer und die Früchte von allen Bäumen, von Most und Öl in die Kammern am Haus unseres Gottes bringen wollten, […]. ~Nehemia 10, 36-38

Bevor ich Bibel lese, bete ich, dass Gott mir zeigt, was dieser Text mit mir heute zu tun hat. Vor allem im Alten Testament finde ich es manchmal schwer das erkennen. Ähnlich ging es mir mit dem obigen Text. Ich bin weder Landwirt noch Viehzüchter. Ich habe nicht mal Kaninchen oder Meerschweinchen und selbst wenn, weiß ich nicht, ob meine Pastoren es zu schätzen wüssten, wenn ich deren Erstgeborene zu Gottes Ehre in die Gemeinde bringen würde… Aber bei diesem Text ist mir etwas anderes wichtig geworden. Ich habe mich gefragt, warum Gott wieder und wieder betont, dass er die „Erstlinge“ haben möchte. In einer anderen Übersetzung steht: „den ersten Teil“, bzw. „das erste Mehl unseres frisch geernteten Getreides“. Was ist so besonders an diesem ersten Teil? Oder ist das einfach ein Tick von Gott?

Wahrscheinlich eher nicht. Im Gegenteil, wenn wir darüber nachdenken, steckt eine starke Aussage hinter diesem ersten Teil. Als Landwirte und Viehzüchter haben die Israeliten von ihren Einnahmen gelebt. In ihnen steckte ihre Versorgung, ihr Überleben. War die Ernte schlecht, konnte das üble Auswirkungen haben. Ich kann mir vorstellen, dass mit der ersten Ernte eine Erleichterung einher ging. Die erste Ernte sagt: „Wir haben etwas zu essen. Wir sind versorgt. Wir müssen uns keine Sorgen machen.“ Der erste Teil ist der, den man schonmal sicher hat. Man kann ihn nicht mehr verlieren. Bei manchen Quizshows haben die Kandidaten die Möglichkeit einmal den schon erspielten Betrag zu sichern. Eine erste Ernte. Das kann ihnen keiner mehr wegnehmen. Wenn dieser Teil weggenommen würde, würden sie wieder bei null anfangen und wer weiß, ob sie dann noch „genug“ zusammenbekommen würden.

Indem Gott Israel auffordert, seine erste Ernte abzugeben, fordert er sie auf, ihm zu vertrauen, dass auch danach noch genug da sein wird, dass noch genug nachkommen wird, um über die Runden zu kommen. Er fordert sie heraus, auf seine Großzügigkeit und seine Versorgung zu vertrauen, zu vertrauen, dass er sie nicht „beraubt“, sondern ihnen gibt, soviel sie brauchen.

Und ich glaube, dass diese Herausforderung heute noch gilt. Ich glaube, Gott möchte heute noch unsere Erstlinge, unsere erste Ernte haben und nicht einfach nur das, was übrig ist.

Wie gehen wir mit dem um, was Gott uns gibt? Geben wir ihm dankbar den ersten Teil zurück, in dem Vertrauen, dass es trotzdem genug sein wird? Oder geben wir ab, was wir eh „zu viel“ haben?

Wie sieht es mit unserem Geld aus? Geben wir ihm am Anfang des Monats etwas zurück? Oder geben wir ihm die 5 Euro, die wir am Ende des Monats noch in unserem Portmonaie finden? Vertrauen wir ihm, dass wir genug haben werden, auch wenn wir ihm den ersten Teil abgeben, oder nehmen wir lieber erstmal, was wir kriegen können und verlassen uns auf das, was wir schon sicher haben?

Was ist mit unserer Zeit? Sind wir, auch wenn wir viel zu tun haben, bereit den ersten Teil unserer Zeit an Gott abzugeben, indem wir Zeit in unsere Beziehung mit ihm investieren? Oder ist unsere Stille Zeit nicht oft das erste, das gestrichen wird, wenn es hektisch wird?

Sind wir bereit Gott unsere Sicherheiten anzuvertrauen? Glauben wir, dass es noch für uns reichen wird, wenn wir ihn und nicht uns an erste Stelle setzen werden? Glauben wir, dass er uns versorgen wird, mit allem was wir brauchen?

Ich möchte uns herausfordern einen Schritt weiter zu gehen auf dem Weg, unser Lippenbekenntnis zu einem Lebensstil zu machen. Lasst uns Gott wirklich zur ersten Priorität machen und ihm unsere „Erstlinge“ geben. Lasst uns darauf vertrauen, dass Gott seine Versprechen hält und uns mit allem versorgt, was wir brauchen.

Wenn ihr für ihn lebt und das Reich Gottes zu eurem wichtigsten Anliegen macht, wird er euch jeden Tag geben, was ihr braucht. ~Matthäus 6,33

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