Abstieg vom Gedankenkarussell

Als Kind Ich fahre gerne Karussell (wenn wir hier schon ehrlich sind, dann richtig). Auf dem Weihnachtsmarkt in unserer Stadt steht jedes Jahr ein schönes zweistöckiges Karussell und ich freue mich jedes Jahr aufs Neue, wenn ich jemanden finde, der eine Runde mit mir fährt. Aber so schön und unterhaltsam eine Karussellfahrt auch sein mag, einen Haken hat sie. Man ist zwar ständig in Bewegung, aber man kommt nicht vorwärts. Egal ob zu Pferd, mit dem Schiff oder dem Schlitten, man bewegt sich im Kreis und wer sich im Kreis bewegt, kommt nicht wirklich von der Stelle. Damit ist ein Karussell zwar eine wunderbare Unterhaltung für Zwischendurch, aber auch ich muss einsehen, dass es als Fortbewegungsmittel nichts taugt. Das macht auch nichts. Jeder vernünftige Mensch steigt einfach ab, wenn er sich weiterbewegen will, und läuft. Wer sich vorwärts bewegen will, muss das Karussell hinter sich lassen. Easy. Aber in der Realität gibt es Karussells, die uns wesentlich länger aufhalten, als sie sollten.

Gedankenkarussells.

Wer kennt das nicht? Man steht auf und das Gedankenkarussell setzt sich in Bewegung. Es dreht sich und dreht sich. Wenn es gut läuft, springen wir im Laufe des Tages für ein paar Schritte ab, aber genauso schnell sitzen wir wieder auf dem Pferd und drehen uns weiter im Kreis.

Ich weiß nicht, wie dein Gedankenkarussell aussieht. Vielleicht ist es der Wunsch nach einem Partner, der dich jeden Moment begleitet. Ständig hältst du die Augen auf und überlegst, wie du Prince Charming besser kennenlernen kannst, damit er endlich auch rausfindet, dass ihr zusammengehört. Vielleicht ist es der Gedanke an deine Zukunft. In deinem Kopf rattern die Zahnrädchen, während du verzweifelt nach Wegen suchst, Kontrolle zu gewinnen über das was da ungebremst auf dich zurauscht.

Diese Gedanken blockieren uns. Sie nehmen uns in Beschlag. Sie lähmen uns und rauben uns nachts den Schlaf und tagsüber die Freude.

Ich neige manchmal dazu, Runde um Runde, auf meinem Gedankenkarussell zu drehen. Manchmal fahre ich alleine, manchmal mit Gott, aber immer in Bewegung. In Bewegung, ohne doch wirklich vom Fleck zu kommen.

In 2. Korinther 10,5 spricht Paulus davon, dass es zu dem Kampf, in dem wir stehen, gehört, unsere Gedanken „gefangen zu nehmen“. Gedanken, die Fähigkeit denken zu können, ist ein Geschenk Gottes, aber wie alles Gute in dieser Welt, haben auch diese Gedanken eine Kehrseite. So wie unsere Gedanken aufbauen und ermutigen können, wie sie gute Einfälle hervorbringen und Neues in Gang bringen können, so können sie auch alles zum Erliegen bringen. Wenn unsere Gedanken sich um die falschen Dinge drehen, sich im Kreis drehen, rauben sie uns Kraft und verstellen uns den Blick auf das, was wirklich wichtig ist.

Aber wir haben immer die Wahl. Lassen wir unsere Gedanken uns bestimmen, oder bestimmen wir unsere Gedanken? Nehmen wir Autorität über sie, nehmen wir sie gefangen oder ergeben wir uns ihnen?

Wenn dir das bekannt vorkommt, hier drei Tipps, die dir das nächste Mal vielleicht helfen, deine Gedanken gefangen zu nehmen und zu überwinden:

  • Bringe deine Gedanken zu Jesus. Ich weiß, das klingt naheliegend und banal, aber oft sind die offensichtlichsten Lösungen die, die wir übersehen. Erzähle Gott, was dir auf dem Herzen liegt. Lasse ihn in deine Situation hinein und frage ihn nach seiner Sicht auf die Dinge.
  • Fülle deine Gedanken mit Gottes Wahrheiten. Du hast Angst vor deiner Zukunft? Mache dir bewusst, dass es Gott ist, der sie in der Hand hält. Er weiß schon jetzt genau was auf dich zukommt und wird dich jeden Schritt deines Weges begleiten! Lies ins der Bibel. Mache dir bewusst, was Gott über deine Situation denkt.
  • Steig einfach vom Gedankenkarussell ab. Ich weiß, dass ist leichter gesagt als getan. Ich glaube manchmal „baden“ wir in unseren verworrenen Gedankenkonstrukten. Wir drehen noch eine Runde und noch eine Runde, reden mit noch einer Person darüber und noch einer. Wenn wir merken, dass wir in einem solchen Strudel feststecken, hilft das allerdings meistens nicht. Manchmal ist es an der Zeit uns mit Gottes Hilfe zu entscheiden, den Gedanken nicht weiter nachzugeben, sie nicht weiter zu vertiefen und breitzutreten. Sie mit einem kurzen Gebet beiseitezulegen und uns auf das zu konzentrieren, was gerade vor uns liegt und was wir tatsächlich beeinflussen können.

Wir wollen uns nicht länger von unseren Gedanken beherrschen lassen, sondern Autorität über sie nehmen und sie überwinden in Christus. Lasst uns unsere Gedanken zu einem Ort machen, der Gott ehrt und von Seinen Gedanken geprägt ist. Lasst uns absteigen von unseren einsamen Karussells und anfangen vorwärts zu gehen.

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2 Kommentare zu „Abstieg vom Gedankenkarussell

  1. Wow, dass ist einer der besten Artikel, die ich hier schon gelesen habe, wobei das schwer zu sagen ist, eigentlich sind alle gut :). Aber es stimmt so sehr, dass das was uns doch so leicht fallen sollte, oft so schwer fällt und wir bei jeder nächsten Fahrt uns bewusst machen müssen, was es kostet und immer wieder bewusst absteigen müssen.. 🙂

    Danke für die immer wider viele Mühe fürs schreiben für sehnlichst wartende Leser

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