Der Unterschied

Manchmal frage ich mich, warum ich überhaupt Christ bin. Wenn ich mir mein Leben anschaue, ist es gar nicht so anders, als das von anderen Menschen. Ich habe Sorgen und Probleme, mein Alltag fordert mich manchmal heraus, manchmal ist er gähnend langweilig. Der einzig Unterschied scheint zu sein, dass ich ein etwas weniger aktuelles Welt- und Menschenbild habe. Toll. Und, wenn das hier vorbei ist, bin ich bei Gott. Aber sonst? Was ist das Besondere am Christsein? Warum scheint es so oft keinen Unterschied zu machen, ob ich an den Gott glaube, der Himmel und Erde geschaffen hat, oder nicht.

Letztens hat mir Gott eine Erkenntnis geschenkt, die hoffentlich mein Leben verändert. Warum fange ich nicht einfach mal an, der Bibel zu glauben? Warum fange ich nicht einfach mal an, die Versprechen ernst zu nehmen, die Gott uns in seinem Wort macht?

Ich glaube, wenn wir anfangen würden, Gott und seinen Versprechen Glauben zu schenken, würde sich unser Leben gravierend verändern!

Jetzt höre ich schon die ersten Proteste: „Jetzt sprichst du vielleicht für dich, aber du kannst das doch von mir nicht sagen!“ „Moment mal, ich bin schon seit Jahren Christ, lese regelmäßig meine Bibel, habe eine gesunde Beziehung zu Gott; vielleicht sollte ich aufhören, deinen Blog zu lesen!“ „Natürlich glaube ich an die Bibel und lebe danach, sowas kannst du mir ja wohl nicht einfach unterstellen!“

Ganz ehrlich, das hätte ich bis vor kurzem auch noch gesagt, aber lasst uns mal für einen Moment allen Stolz bei Seite legen und eine nüchterne Bestandsaufnahme machen.

Ich habe gerade eine Phase der Jobsuche hinter mir, die etwas nervenaufreibend war. Inzwischen habe ich eine mündliche Zusage, brauche aber noch etwa 287 Dokumente, bevor das alles in trockenen Tüchern ist, am besten bis gestern. Wenn ich den Job habe, werde ich an einer Schule arbeiten – worauf ich mich trotz meines Lehramtstudiums nicht vorbereitet fühle. Plus, da es nur eine Stelle als Vertretungslehrer ist, weiß ich im Leben nicht, wie ich die Wochenstunden zusammenbekommen soll, die in meinem Vertrag stehen werden. Das sind lauter kleine Sorgen, die mir im Moment durch den Kopf spuken und, wenn ich zu viel darüber nachdenke, machen sie mir eine unheimliche Angst vor dem, was auf mich zukommt. Wird das überhaupt noch was mit der Stelle, oder bekomme ich meine Unterlagen nicht rechtzeitig zusammen? Was mache ich, wenn ich auf einmal alleine vor einer Klasse stehe und die volle Verantwortung für den Lernerfolg von 15 Kindern trage? Wie soll das überhaupt mit diesem Vertrag klappen, der irgendwie unrealistisch viele Stunden beinhaltet? Wenn ich mir diesen Berg anschaue, fühle ich mich klein, ohnmächtig, ahnungslos und schwach.

Vielleicht sind es gerade andere Dinge, die dir Probleme bereiten. Möglicherweise hast du finanzielle oder gesundheitliche Sorgen. Vielleicht steht eine Beziehung kurz vor dem aus. Du weißt selbst am besten, was es ist. Du bist mit deinem Latein am Ende. Alea iacta est (1).

Und dann kommt Paulus.

Im Hinblick auf diesen Menschen will ich mich rühmen; an mir selbst jedoch will ich nichts rühmen – nichts außer meinen Schwachheiten. Wenn ich wollte, könnte ich mich sehr wohl ´auch mit anderen Dingen` rühmen, ohne mich deshalb zum Narren zu machen; denn was ich sagen würde, wäre die Wahrheit. Trotzdem verzichte ich darauf, weil ich nicht möchte, dass jemand eine höhere Meinung von mir hat als die, die er sich selbst bilden kann, wenn er sieht, wie ich lebe, und hört, was ich lehre. ´Ich verzichte darauf,` weil diese Offenbarungen etwas ganz Außergewöhnliches darstellen. Gerade deshalb nämlich – um zu verhindern, dass ich mir etwas darauf einbilde – ist mir ein Leiden auferlegt worden, bei dem mein Körper wie von einem Stachel durchbohrt wird: Einem Engel des Satans wurde erlaubt, mich mit Fäusten zu schlagen, damit ich vor Überheblichkeit bewahrt bleibe. Dreimal habe ich deswegen zum Herrn gebetet ´und ihn angefleht, der Satansengel` möge von mir ablassen. Doch der Herr hat zu mir gesagt: »Meine Gnade ist alles, was du brauchst, denn meine Kraft kommt gerade in der Schwachheit zur vollen Auswirkung.« Daher will ich nun mit größter Freude und mehr als alles andere meine Schwachheiten rühmen, weil dann die Kraft von Christus in mir wohnt. Ja, ich kann es von ganzem Herzen akzeptieren, dass ich wegen Christus mit Schwachheiten leben und Misshandlungen, Nöte, Verfolgungen und Bedrängnisse ertragen muss. Denn gerade dann, wenn ich schwach bin, bin ich stark. ~2.Korinther 12,5-10 (Hervorhebung d.d. Autor)

 

Oder Jakobus:

Seht es als einen ganz besonderen Grund zur Freude an, meine Geschwister, wenn ihr Prüfungen verschiedenster Art durchmachen müsst. ~Jakobus 1,2 (Hervorhebung d.d. Autor)

Wenn du schon länger mit Gott unterwegs bist, hast du diese Verse wahrscheinlich schon mal gehört, dich vielleicht schon mal an sie geklammert, als die Erde um dich herum bebte, darin Trost gefunden. Aber ganz ehrlich, hast du schon mal danach gelebt? Hast du schon mal befolgt, was sie sagen? An der Stelle muss ich Abstriche machen. Ja, ich habe Trost in ihnen gefunden, ja, sie haben mir neue Hoffnung gegeben. Aber habe ich mich über meine Schwierigkeiten gefreut? Vielleicht habe ich eine Weile aufgehört, mir Sorgen zu machen, aber noch nie habe ich mit größter Freude gejubelt: „Mega stark! Die Ämter kommen alle nicht hinterher und meine Deadline rückt näher!“ „Super, schon wieder eine Jobabsage!“ „Voll gut, die Situation ist vollkommen aussichtslos!“

Klingt ziemlich albern, oder? Und warum auch, sollten wir das tun? Naja, wenn wir der Bibel glauben, dann ist für Gott nichts unmöglich. Wenn wir der Bibel glauben, dann wird uns alles zum Besten dienen. Wenn wir der Bibel glauben, liebt Gott uns so sehr, dass er seinen eignen Sohn für uns gegeben hat, und er meint es unglaublich gut mit uns.

Warum scheint es uns manchmal so viel wahrscheinlicher, dass Jesus für uns gestorben und auferstanden ist, als dass er sich für unser hier uns jetzt interessiert? Er selbst hat doch gesagt:

Macht euch also keine Sorgen! Fragt nicht: Was sollen wir essen? Was sollen wir trinken? Was sollen wir anziehen? Denn um diese Dinge geht es den Heiden, ´die Gott nicht kennen`. Euer Vater im Himmel aber weiß, dass ihr das alles braucht. Es soll euch zuerst um Gottes Reich und Gottes Gerechtigkeit gehen, dann wird euch das Übrige alles dazugegeben. Macht euch keine Sorgen um den nächsten Tag! Der nächste Tag wird für sich selbst sorgen. Es genügt, dass jeder Tag seine eigene Last mit sich bringt. ~Matthäus 6,31-34 (Hervorhebung d.d. Autor)

Mach dir keine Sorgen, der König der Könige, weiß, was du brauchst. Hab keine Angst, der Gott des Universums liebt sich und ist auf deiner Seite. Sei nicht beunruhigt, der Allmächtige hält dich in seiner Hand. Das ist der Unterschied. Du darfst in diesem Wissen dein Leben leben.

Lasst uns unsere Einstellung ändern. Lasst uns der Bibel glauben. Lasst uns nicht ängstlich vor unseren Herausforderungen zittern, sondern ihnen entgegenlachen. Jedes Hindernis ist eine Chance, Gottes Wirken in deinem Leben zu sehen. Ohne das Rote Meer vor ihnen, hätte das Volk Israel nie erlebt, wie Gott ein Meer für sie teilt. Wenn du nicht weiter weißt, freue dich, und sei gespannt, welche Mittel Gott auffährt, um dich auf die andere Seite zu bringen.

 

(1) Lat. Der Würfel ist geworfen.

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5 Kommentare zu „Der Unterschied

  1. Hey Maike! Voll cool was du alles geschrieben hast. Für mich ist eine immer wieder „Cool, Karen, wieder verkackt!“ Aber jetzt werde ich versuchen eine andere Einstellung zu haben!!! Danke, hat es mir viel geholfen!

    1. Hi Karen, ich freue mich über deinen Kommentar! Wir unterschätzen manchmal, wie viel Kraft unsere Grundeinstellung oder der Blickwinkel, den wir einnehmen, doch haben kann. Ich wünsche dir viel Erfolg dabei, neue Muster zu fahren!

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