Vom Kopf bis ins Herz

Man sagt, der längste Weg ist der vom Kopf bis ins Herz. Ich merke es immer wieder, dass es Informationen gibt, Tatsachen, die ich schon lange im Kopf mit mir herumtrage. Ich denke, ich habe sie verinnerlicht – bis ich wieder vor Gott stehe und um eine Antwort ringe. Erst letztens war wieder so ein Moment.

Ich war krankgeschrieben und bei mir gehen solche Krankheitsphasen leider oft mit einer Distanzierung von Gott einher. Keine Lust, nicht in Stimmung, zu anstrengend. Ich kann es selbst nicht genau sagen. Fakt ist aber, als ich wieder soweit auf dem Damm war, dass ich mich Gott wieder genähert habe, schleppte ich mal wieder voller Frustration mit mir selbst eine Frage herum. Ich schrieb in mein Journal:

Vater, warum gibst du dich mit mir ab? Warum liebst du mich? Was um alles in der Welt findest du an mir?

Seine Antwort traf mich mitten ins Herz – auch wenn sie keinesfalls neu war.

Es fällt dir so schwer, weil deine Liebe so oft an Bedingungen geknüpft ist. In dieser Welt kannst du nicht vollkommen bedingungslos lieben. Aber ich kann es und ich tue es. Ich liebe dich, vollkommen losgelöst von jeglichen Bedingungen, unabhängig von allem, was du tust. Ich liebe dich , wenn du gerade nah bei mir bist und nach meinem Willen und Rat fragst, aber ich liebe dich auch, wenn du dich schon länger nicht mehr mir zugewandt hast – und zwar genauso, wie wenn wir gerade eine gute Zeit haben. Meine Liebe hört niemals auf. Sie ist tiefer als der Ozean. Ich habe meine Freude an dir.

Ich kann diesen Text so oft lesen, wie ich will. Ich kann versuchen, mein Gehirn darum zu wickeln, um es nachvollziehen zu können, aber ich glaube diese Wahrheit wird mit dem Kopf nie ganz verstanden, nie vollkommen nachvollzogen werden können – und mir bleibt nichts anderes übrig, als sie weiter in mein Herz zu schieben und für wahr anzunehmen. Als die kopflastige Gesellschaft, die wir uns brüsten zu sein, fällt uns das unglaublich schwer, aber ich will mal versuchen es ein bisschen greifbarer zu machen.

Ich habe letztens bei uns in der Gemeinde den Gottesdienst übersetzt. Dazu saß ich mit der Frau, für die ich übersetzt habe, in einem Büro. Sie hatte ein Baby dabei, das gerade ein paar Wochen alt war. Die kleine Maus lag die ganze Zeit schlafend in ihrer Tragetasche und obwohl sie nichts tat – nicht lächelte, nicht spielte, nicht brabbelte – wanderte mein Blick immer wieder zu ihr herüber. Ich wollte sie immer wieder ansehen. Ich freute mich an ihr, ohne dass sie das mitbekommen hat, oder etwas dazu beigetragen hat.

Ich glaube, der gleiche Zauber, der für uns von so einem kleinen Wunder ausgeht, erfüllt Gott, wenn er uns ansieht – nur, dass wir da für ihn nie rauswachsen. Wenn Gott dich anschaut, ist er überwältigt von Liebe und Freude. Weil es dich gibt, durchströmt Glück jede Faser seines Seins, ohne, dass du es merkst. Ohne, dass du etwas dazu beitragen kannst. Ohne, dass du etwas dazu beitragen musst.

Gottes Liebe ist nicht an Bedingungen geknüpft. Sie ist vollkommen und sie gilt dir. Versuch diese Wahrheit zu verstehen, wenn du willst, aber egal, ob du sie verstehst oder nicht, du darfst sie im Herzen glauben.

Der Herr, dein starker Gott, der Retter, ist bei dir. Begeistert freut er sich an dir. Vor Liebe ist er sprachlos ergriffen und jauchzt doch mit lauten Jubelrufen über dich. ~Zefanja 3,17

Musiktipp: Head to the Heart – United Pursuit

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