Lieben und lieben lassen

Wofür bist du auf dieser Erde? Was ist dein Ziel, was der Sinn deines Lebens? Ist es, eine Familie zu haben? Glücklich zu sein? Sorgenfrei leben zu können? Einen Abdruck zu hinterlassen? Menschen zu prägen? Menschen zu Jesus zu führen?

Diese Dinge sind alle gut, aber ich glaube nichts davon eignet sich als Ziel unseres Lebens. Auch Letzteres nicht, egal, wie heilig das klingt. Die Frage nach dem Sinn des Lebens hat schon viele Menschen beschäftigt – egal welches Alter oder Geschlecht sie haben; egal welcher Nationalität oder welchem Gott sie angehören. Christen beantworten diese Frage gerne mit: „Gott verherrlichen.“

Gut und schön, aber was heißt das? Wie verherrlichen wir Gott?

Da wird die Sache schwierig. Gott verherrlichen ist irgendwie ein abstraktes Konzept. Ich habe irgendwann „beschlossen“, dass das bedeutet, ich versuche Gottes Willen zu tun. Die Welt in Seinem Namen und für Ihn verändern. Sein Reich in Liebe auszubreiten. Das sollte der Sinn meines Lebens sein. Und ich war motiviert! „Herr, sag mir, was ich tun soll! Gib mir eine Aufgabe! Benutze mich zu deiner Ehre!“

Aber jedes Mal, dass ich so vor ihn kam, lief das etwa so ab: „Herr, was soll ich tun? Wie willst du mich einsetzen?“ – „Sitze einfach nur still.“ – „Aber Herr, ich bin bereit! Lass uns loslegen!“ – „Sei ruhig, mein Kind.“

So begann vor einigen Monaten meine Reise zur Entdeckung des wahren Sinns meines Lebens.

Langsam aber sicher zeigte mir Gott, dass der Sinn meines Lebens nicht darin liegt, große Dinge für ihn zu tun, „für ihn zu leben“, wie wir es gerne ausdrücken. Der Sinn meines Lebens liegt darin MIT ihm zu leben.

Als Gott den Menschen geschaffen hat, hat er sich keinen Sklaven geschaffen, er hat sich ein Gegenüber geschaffen. Gemeinsam mit Adam gab er den Tieren Namen. Er sah, dass Adam einsam war und schuf ihm eine Frau. Er ist an Adams Wohlergehen interessiert. Als die Gemeinschaft mit dem Menschen durch den Sündenfall kaputt ging, fand Gott selbst einen Weg, sie wieder herzustellen.

Und ich, in meinem heiligen Wahn, denke nur noch daran, was ich für ihn tun kann. Was ich ihm geben kann. Aus Liebe, wie ich meine.

Wie kommt es, dass wir Eltern verurteilen, die sich keine Zeit für ihre Kinder nehmen und sie stattdessen mit Geschenken überhäufen, aber mit Gott machen wir genau dasselbe? Glauben wir wirklich das ist es, was Gott Freude macht? Natürlich freut sich ein Kind über ein neues Spielzeug, aber hätte es nicht mehr Freude an aufrichtiger Zuneigung?

Gott hat uns Menschen geschaffen, um in liebevoller Gemeinschaft mit uns zu leben. Das ist der Sinn unseres Lebens. Es geht nicht in erster Linie darum, die Welt für ihn auf den Kopf zu stellen. In erster Linie möchte er unser Herz – und aus dieser innigen Gemeinschaft dürfen und sollen wir zur Aktion schreiten. Aber lasst uns nicht die Grundlage vergessen. Lasst uns nicht vergessen, worum es eigentlich geht. Darum Gott zu lieben und uns von ihm lieben zu lassen.

David hat das verstanden. Er formulierte es so:

Eine einzige Bitte habe ich an den Herrn. Ich sehne mich danach, solange ich lebe, im Haus des Herrn zu sein, um seine Freundlichkeit zu sehen und in seinem Tempel still zu werden.  ~Psalm 27,4

Er sehnte sich nicht nach dem Abenteuer mit Gott, nicht nach ruhmreichen Kämpfen für seinen Gott und sein Volk. Er sehnte sich danach in Gottes Gegenwart zu sein.

Lasst uns zurück an die Wurzeln des Christentums gehen. Gemeinschaft mit Gott. Das ist es schließlich, wofür Christus gestorben ist.

Lasst uns ruhig werden in Gottes Gegenwart, lasst uns die Stille aushalten und auf ihn warten. Lasst uns lernen die Zeit zu zweit zu genießen. Lasst uns das tun, wofür wir geschaffen wurden. Lasst uns Gott lieben und uns von ihm lieben lassen.

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4 Kommentare zu „Lieben und lieben lassen

  1. lustig, erst diese wochenende habe ich wieder über diese frage disskutiert.

    Ja, alle tun unter der sonne ist ein haschen nach wind. Alles ist sinnlos und von keinem bestand. Das einzige was allem einen sinn gibt ist die beziehung zu gott.
    wie man im aktuellem slogan sagen würde.
    Beziehung zu Gott, First! tun und machen, second! 🙂

    Wünsch dir einen guten Wochenstart

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