Herz-OP auf dem Kampffeld

Letztens hatte ich eine Herz-OP. Nicht an meinem physischen Herzen, aber an meinem geistlichen. Manchmal macht Gott das. Oder besser: Manchmal muss Gott das machen. Schließlich bedeutet eine Herz-OP, ob am tatsächlichen Herzen oder im übertragenen Sinne, erstmal nichts Gutes. Etwas ist nicht so, wie es sein sollte. Auf der anderen Seite bedeutet eine Operation auch: Es gibt noch Hoffnung!

Meine OP fand recht unerwartet statt. Keine große Vorbereitung. Nicht mal ein richtiges Bewusstsein darüber, was überhaupt gemacht werden musste oder wie der Eingriff laufen sollte… Aber Gott wusste Bescheid.

Gott wusste, was es mit meinen Wutausbrüchen auf sich hatte, die mich seit einigen Wochen immer wieder kalt erwischten. In solchen Phasen erkannte ich mich nicht wieder. Ich wollte schreien, Dinge kaputt machen, jemandem weh tun. Irgendjemandem, vielleicht sogar mir selbst. Das war kein typisches Verhalten für mich und es machte mir Angst. Eigentlich bin ich reflektiert und kann mich von Dingen distanzieren, die mich verärgern. Ich kann sie im richtigen Verhältnis sehen und meinen Ärger der Situation anpassen – was in der Regel heißt, es lohnt sich nicht, sich großartig aufzuregen. Aber auf einmal funktionierte das nicht mehr. Ich wusste, dass mein Verhalten irrational war, aber egal wie sehr ich mir auch sagte, diese Baustelle auf dem Weg zum Mittagessen mit meiner Mama sei keine große Sache, es half nichts. Lappalien brachten mich über die Maßen auf die Palme. Und auch sonst trug ich immer öfter eine Unzufriedenheit mit mir herum, die nur einen kleinen Schubs brauchte, um zum nächsten, nur schwer zu unterdrückenden Wutanfall zu werden.

Eines Abends verspürte ich wieder diese unfassbare Unzufriedenheit. Wieder konnte ich sie nicht einordnen. Es machte gar keinen Sinn. Schließlich fand ich mich auf unserem Wohnzimmerteppich wieder und kritzelte wütend und gleichzeitig von mir selbst verängstigt in mein Journal. Ich fragte Gott, was es mit dieser Wut und den Aggressionen auf sich hatte, woher die Unzufriedenheit rührte. Der Vers, der mir dann in den Sinn kam, trug nicht gerade zu meiner Beruhigung bei:

„Denn wir kämpfen nicht gegen Menschen aus Fleisch und Blut, sondern gegen die bösen Mächte und Gewalten der unsichtbaren Welt, gegen jene Mächte der Finsternis, die diese Welt beherrschen, und gegen die bösen Geister in der Himmelswelt.“  Epheser 6,12

Ich schlug diesen Vers in meiner Bibel auf und erst da sah ich wie der Text weiter geht:

„Daher bedient euch der ganzen Waffenrüstung Gottes. Wenn es dann so weit ist, werdet ihr dem Bösen widerstehen können und noch aufrecht stehen, wenn ihr den Kampf gewonnen habt. Sorgt dafür, dass ihr fest steht, indem ihr euch mit dem Gürtel der Wahrheit und dem Panzer der Gerechtigkeit Gottes umgebt. Eure Füße sollen für die gute Botschaft eintreten, die den Frieden mit Gott verkündet. Setzt den Glauben als einen Schutzschild ein, um die feurigen Pfeile des Satans abzuwehren. Setzt den Helm eurer Rettung auf und nehmt das Wort Gottes, euer Schwert, das der Geist euch gibt. Betet immer und in jeder Situation mit der Kraft des Heiligen Geistes. Bleibt wachsam und betet auch beständig für alle, die zu Christus gehören.“ Epheser 2,13-18

Mir wurde klar, dass ich mich mitten auf einem geistlichen Kampffeld befand, aber ich wusste auch, dass Jesus den endgültigen Sieg schon davongetragen hat.

Gott zeigte mir auch den Ursprung meiner Unzufriedenheit.

Alles fing damit an, als ich vor ein paar Monaten begann, an einer Schule als Lehrerin zu arbeiten. Am Anfang stand ein Schock. Die Grundschule hat sich in den letzten zwanzig Jahren um einiges verändert. Viele Kinder haben keinen Respekt mehr vor Erwachsenen oder untereinander gelernt. Die Frustrationstoleranz ist niedrig, das Aggressionspotential hoch. Natürlich trifft das nicht auf alle Kinder zu, aber es braucht nur ein paar von denen, um einen beschäftigt zu halten. Meine erste Reaktion war Wut. Wut auf die Kinder, die so stur sind. Wut auf die Eltern, die ihre Kinder nicht richtig erziehen und Wut auf die Gesellschaft, die sich selbst zerstört ohne es zu merken. Ich regte mich auf und schimpfte. Ich wusste, dass es nicht gut war, aber ich nutzte fast jede Gelegenheit, um über diese Probleme zu schimpfen – und merkte dabei nicht, wie ich dem Geist der Wut Tür und Tor öffnete. Wie ich ihn einließ, ohne mir richtig bewusst zu sein, was das für Folgen haben würde.

Aber Jesus hat gesiegt. In seinem Namen konnte ich um Vergebung bitten und die Wut in ihre Schranken weisen. Und ich habe eine wertvolle Lektion gelernt.

Salomo schrieb nicht umsonst:

„Vor allem aber behüte dein Herz, denn dein Herz beeinflusst dein ganzes Leben. Lüge nicht und vermeide jede Form von Betrug. Blicke stets nach vorn, richte deine Augen auf das, was vor dir liegt. Wähle den geraden Weg und halte unbeirrbar daran fest. Weiche nicht von diesem Weg ab und folge nicht dem Bösen.“ Sprüche 4,23-27

Wir stehen in der Verantwortung zu kontrollieren, was wir in unser Herz lassen und was nicht. Wir sind dafür verantwortlich, ob wir auf dem rechten Weg sind, oder davon abweichen. Ja, wir gehören einem guten Gott an. Und dieser Gott kennt unsere Herzen gut. Wenn da etwas ist, was da nicht sein soll, führt er die OP durch und hilft uns, wieder auf die Beine zu kommen. Aber es wäre doch besser, wenn wir die OP gar nicht nötig hätten.

Brauchst du eine Herz-OP? Bist du Kompromisse eingegangen?

Ich glaube nicht, dass wir dafür immer so deutliche Symptome sehen, wie es bei mir der Fall war, deswegen möchte ich dich ermutigen, Gott zu fragen, wie es um dein Herz steht. Lass dir von ihm die Dinge zeigen, die dein Herz vergiften und lass sie ihn ausräumen, damit du wieder ein Stück heiler werden kannst.

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