Heimkommen

Was bedeutet „heimkommen“ für dich? Was bezeichnest du als dein Heim oder Zuhause? Ist es der Ort, an dem du aus vollem Halse unter der Dusche singen kannst? Wo du aufgewachsen bist?  Oder ist Zuhause für dich vielleicht eine Person? Deine Familie? Dein Partner?

Für mich zeichnet Zuhause eigentlich recht unromantisch den Ort aus, an dem mein Bett steht. Selbst wenn ich im Urlaub bin, ist das Hotel, die Ferienwohnung oder das Freizeithaus mein Zuhause. Was das für mich beinhaltet ist, dass dieser Ort meine Basis ist, mein Ausgangsort für jegliche Unternehmungen bzw. an dem ich alles habe, was ich brauche. Wenn ich will, ist es mein Ruheort, wenn ich nicht will der Ort, an dem ich mit anderen Menschen beisammen sein kann. Definitiv ist es der Ort, an den ich immer wieder zurückkehre zum Entspannen und zum Auftanken. Hier habe ich meine Daseinsberechtigung.

Lange Zeit war es so, dass Gott für mich nicht so richtig zu diesem Zuhause-Begriff gehört hat. Das heißt nicht, dass ich Zuhause keine Zeit mit Gott verbracht hätte, aber in meinem Kopf, von meinem Gefühl her, ging es dabei immer darum, nochmal „rauszugehen“, vielleicht nicht im physischen Sinne, aber im geistlichen. Physisch blieb ich an der Basis, am Ruheort, aber geistlich war meine Stille Zeit immer mit Arbeit und Aufwand verbunden, nicht mit Entspannung und Auftanken. Ich musste das Zuhause verlassen und mich auf den Weg in die Gegenwart Gottes machen.

Ich konnte nicht verstehen, wie David Dinge sagen konnte wie:

Eines habe ich vom Herrn erbeten, das ist mein tiefster Wunsch: alle Tage meines Lebens im Haus des Herrn zu wohnen, um die Freundlichkeit des Herrn zu sehen und über ihn nachzudenken – dort in seinem Heiligtum. ~Psalm 27,4

Dass es gut und wichtig ist, in der Gegenwart Gottes zu sein, war mir schon klar. Aber wie kann man da immer sein wollen? Man muss doch auch mal wieder nach Hause kommen. Zurück in sein eigenes Reich. Ausruhen. Auftanken.

Aber irgendwann, in der Gegenwart Gottes, machte es klick und es fiel mir wie Schuppen von den Augen: Zuhause, der Ort, an den ich immer zurückkomme um aufzutanken, mein Ausgangspunkt, der Ort, an dem ich alles habe, was ich brauche, das sollte bei Gott sein! Anstatt immer „aus dem Haus“ und zu Gott zu gehen, sollten wir bei Gott einziehen, bei ihm Zuhause sein.

Und das ist es, was ich gerade mache: bei Gott einziehen.

Das sagt sich sehr einfach, aber ein Umzug ist immer auch Arbeit und es dauert, bis das neue Zuhause eingerichtet und alles an seinem Platz ist. Vor allem, wenn es kein physischer Umzug ist, und wir den Fortschritt nicht genau vor Augen haben.

Während meiner Grundschulzeit sind meine Familie und ich umgezogen. Das neue Zuhause war nur ein paar Straßen weiter, sodass ich in meiner alten Schule und Umgebung blieb. Eines Tages lief ich von der Schule nach Hause und, wie es die Gewohnheit wollte, zum alten Haus. Erst, als ich klingeln wollte, fiel mir auf, dass auf dem Klingelschild nicht mehr unser Name stand.

Ähnlich kann uns das bei Gott gehen. Wir ziehen im Geist um, nicht physisch – auf den ersten Blick ist das also nicht so offensichtlich und es kann uns passieren, dass wir es vergessen. Aus Gewohnheit laufen wir wieder zum alten Zuhause.

Dieser Umzug wird in diesem Leben nicht vollständig über die Bühne gehen, aber ich kann ja jetzt schon mal anfangen.

Wenn du diesen Umzug auch in Angriff nehmen möchtest, habe ich hier drei Anstöße für dich, die dir hoffentlich dabei helfen:

  1. Mache dir bewusst, dass Zeit mit Gott nicht die Arbeit ist, sondern das Heimkommen von der Arbeit, wo du wieder zu Kräften kommen kannst. In dem Moment, in dem du Jesus angenommen hast, hast du einen Platz in der Gegenwart Gottes bekommen, der jetzt dein Zuhause ist. Du musst ihn dir nicht mehr erarbeitet oder verdienen, das ist der Ort, wo du hingehörst.

Richtet eure Gedanken auf das, was im Himmel ist, nicht auf das, was zur irdischen Welt gehört.  Denn ihr seid dieser Welt gegenüber gestorben, und euer neues Leben ist ein Leben mit Christus in der Gegenwart Gottes. ~Kolosser 3,2-3a

  1. Halte dich in deinem neuen geistlichen Zuhause auf. Eine neue Wohnung wird erst dann ein Zuhause, wenn ich mich auch da bin. Nur dadurch kann ich mich einleben. Überspringe die Hürde des „Arbeitsgefühls“ und setze dich Gott aus. Nur dadurch kann letztendlich die Vertrautheit entstehen, die dafür sorgt, dass du dich bei Gott wirklich Zuhause fühlen kannst. Lass dir von ihm zeigen, dass du nicht nur Gast bist, sondern als Kind eine Berechtigung in seinem Haus hast.

Und so seid ihr alle Kinder Gottes durch den Glauben an Jesus Christus. ~Galater 3,26

  1. Das hier ist keine To-Do-Liste, die das Problem löst, dass wir von unserer Natur aus eigentlich gar nicht bei Gott einziehen wollen – schließlich denken wir, es ist viel angenehmer, unsere eigenen vier Wände zu haben. Wir können unser Herz nicht dazu bewegen, bei Gott einziehen zu wollen. Aber Gott hat uns einen großartigen Umzugshelfer zur Seite gestellt: den Heiligen Geist.

 Alle, die sich von Gottes Geist leiten lassen, sind seine Söhne und Töchter. Denn der Geist, den ihr empfangen habt, macht euch nicht zu Sklaven, sodass ihr von neuem in Angst und Furcht leben müsstet; er hat euch zu Söhnen und Töchtern gemacht, und durch ihn rufen wir, wenn wir beten: »Abba, Vater!« Ja, der Geist selbst bezeugt es uns in unserem Innersten, dass wir Gottes Kinder sind. ~Römer 8,14-16

Lasst uns Gott zu unserem Zuhause machen, zu unserer Basis, wo wir alles haben, was wir brauchen und wo wir auftanken können; so sehr, dass wir rausgehen und andere einladen können, ebenfalls heimzukommen.

Advertisements

Ein Kommentar zu „Heimkommen

  1. Danke für diese wunderbaren Gedanken… Ich liebe diesen Bibelvers mit dem „Hause des Herrn“ und kenne die Sehnsucht danach. Da ich gerade krank bin, lerne ich wieder, „einfach so“ zu Gott zu kommen, ohne etwas zu leisten. Ich kann ja gar nicht. Und darf trotzdem kommen. Wir sind in der Grundschulzeit meiner Tochter eine Straße weiter gezogen. Witzigerweise wohnt eine Schulfreundin von ihr nun in unserer alten Wohnung. Einmal sagte meine Tochter ihr, dass sie in dieser Wohnung geboren ist. Das konnte die Freundin natürlich nicht glauben… Das fiel mir schon schwer, diesen Ort zu verlassen. Aber in unserem neuen Zuhause sind zwei weitere Kinder geboren 🙂 Der „Umzugshelfer“ Heiliger Geist, ganz wundervoll geschrieben… Liebe Grüße, Martha

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s